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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 2.192 mal aufgerufen
 Wissenswertes, was der Info dient und nicht Lager- oder Personenbezogen ist z. B: Änderungen des Schwertes vom Früh- zum Hochmittelalter
Gerlach vom Eichgrund Offline



Beiträge: 8

14.01.2010 08:57
Hochzeit im Mittelalter antworten

Da ich mir nicht sicher bin, wo dies reingehört, bitte ich um Nachsicht :-)
Im Mai möchten meine Holde und ich uns im Rahmen vom Burgfest Vlotho kirchlich trauen lassen. Hat jemand irgendwelche Infos für uns, bezüglich alter Texte für den Pastor, Zeremonielle, Riten... was auch immer? Der standesamtliche Teil findet schon ein paar Tage vorher statt, braucht also nicht berücksichtigt zu werden.

Ernesto Offline




Beiträge: 59

15.01.2010 01:50
#2 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Hallo Gerlach.

In welchem zeitlichen Rahmen heiratet Ihr? Die Rieten des Frühmi sind anders als im ... . Es gibt einige alte, germanische rieten. "auf dem ländle" werden sie manchmal noch praktiziert. ich schau mal nach, wo ich das buch gelassen habe.

Wir hören nicht auf zu spielen weil wir alt werden,
wir werden alt weil wir aufhören zu spielen
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Die einen kennen mich, die anderen können mich.
(Konrad Adenauer)

Gerlach vom Eichgrund Offline



Beiträge: 8

15.01.2010 12:59
#3 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Hallo!

Wir stellen die Zeit vor genau 800 Jahren dar, also aktuell 1210, Hochmittelalter. Vielen Dank schon mal für Deine Mühe.
André

Goschi Offline




Beiträge: 2.672

19.01.2010 23:15
#4 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Wäre vielleicht noch wichtig, was für einen Glauben ihr in Eurer Darstellung habt und zu welchem Volk ihr gehört. Grundsätzlich hatten alle Beteiligten ihren Festtagsschmuck an. Je nach Volk wurden Waffen - auch Schuckwaffen und Trachten getragen - die je nach Kaste richtig teuer sein konnten. Die Kinder waren meist bei wohlhaubenden wie Erwachsene gekleidet, bei armen Leuten aber auch nur mal einen Kittel bis gar nichts, je nach Alter.
Es gibt auch unterschiedliche Riten und Bräuche, hier ist aber auch das Volk, Zeit, ort und Kaste entscheidend. Das reicht vom einfachen Volksfest bis hin, wo die Trauzeugen beim ersten Beischlaf des Hochzeitspaares anwesend waren. Dazu empfehle ich die Trauzeugen darauf vorzubereiten, damit dann nichts falsch aufgefasst wird. Teilweise soll das erste Vergnügen ja auch dem Dorfältesten überlassen worden sein - also, mal mit Deinen Bürgermeister reden.

Aber mal Spaß beiseite.
Ich würde das Fest nicht nach mittelalterlichen Vorbildern, sondern nach Deinem Geschmack machen, es soll ja allen gefallen Wir haben vor ca. zwei jahren auch sowas gemacht als meine Tochter geheiratet hat und es kam sehr gut an.
Also je nach Geschmack und Geldbeutel eine Taverne mieten oder das eigene Lager aufbauen, wie wir es auch machten. Möglichst viele in MA_ Klamotten erscheinen lassen. Wir haben eine große Tafel aufgebaut und das ganze Zeugs warm geprutselt beim Fleischer bestellt. Ein großes Kofferradio mit MA-Musik im Zelt versteckt.
Stelle in den Vordergrund, dass Deine Gäste und natürlich Ihr Euch wohlfühlen wollt und es bei allen in guter Erinnerung sein soll. Wozu also den schönsten (weil der letzte freie Tag) Tag mit historischen Sachen einengen. Schön und Bequem und feierlich sollte alles sein. darauf kommt es mehr an.
Ach ja, oft wird z. B. die Braut entführt und der Bräutigam muss sie suchen und auslösen - zumindest in der Gegenwart?
Also mach Dir über die Echtheit nicht also großen Kopf, sondern erfülle lieber die eigenen Erwartungen und die Deiner Gäste.

Wir hatten zu Beginn einen Plan gemacht, aber das macht wohl jeder. Ich hatte zum Beispiel eine schöne Einladung kreiert, mit zwei sich findenden weißen Wölfen...


3 Dinge kommen nie zurück: Der abgeschossene Pfeil; Das gesprochene Wort; Die verpasste Gelegenheit.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers

Gerlach vom Eichgrund Offline



Beiträge: 8

20.01.2010 13:37
#5 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Gemeint ist nur die eigentlich Trauung. Aber wir werden da wohl auch nichts wildes machen, sondern dem Pastor keine Vorgaben machen. Wir sind evangelisch-reformiert, die sind ja im Allgemeinen etwas locker :-)

Dannie Offline




Beiträge: 311

20.01.2010 21:19
#6 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Ich hab jetzt in den letzten Tagen mal rumgesucht ob ich etwas verwertbares für Euch finden kann. In "Alltagsleben im Mittelalter" von Otto Borst steht wohl einiges drin.
http://www.hochmittelalter.net/Internes/internes.html
http://www.dielegende.de/Mittelalterliche_Hochzeit.htm

Zur Kirchlichen Trauung ist Euch schon bewußt, das diese "damals" in Latein gehalten wurden?!
Ich kann mich Goschie nur anschliessen, macht es zu Eurem Tag! Wenn dieser wirklich wie 1210 sein soll, so fragt doch mal bei TV nach. Leider steht dort im Moment noch nicht viel zu diesem Thema.

Wünsche Euch viel Spass und Erfolg
Dannie

Ernesto Offline




Beiträge: 59

21.01.2010 21:48
#7 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Außer dem "brot & Salz" reichen habe ich bis jetzt nur etwas aus Friesland um 1500 rum gefunden.
" ... nach dem Trauen folgte ein tagelanges Besäufnis ..."

Aber ich habe Deine Frage nach Hochzeitsrieten an einige Leute von Universitäten weitergegeben.
Sobald ich Antworten habe, melde ich mich.

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(Konrad Adenauer)

Eduard Offline




Beiträge: 509

22.01.2010 06:44
#8 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Habe leider auch relativ wenig gefunden, was wirklich direkt in Eure Zeit passt.

1. Zu deiner Darstellungszeit war es wohl üblich, dass die Braut vor der Kirche durch ihren Vater oder Vormund an den Bräutigam dadurch übergeben wurde, dass dieser die Hand der Braut in die des Zukünftigen gelegt hat.

2. Die uns auch heute noch bekannte Sitte mit Reis zu werfen war wohl auch zu deiner Zeit teilweise üblich, nur wurde natürlich einheimisches Getreide geworfen.

3. Als eine Eheformel, die die Brautleute sich sich sagen könnten, fällt mir spontan nur die sogennante Schwäbische Eheformel ein. Diese soll angeblich auch, natürlich mit Abwandlungen auf die regionalen Besonderheiten des Hochzeitsortes, an anderen Orten so, oder so ähnlich, gebraucht worden sein. Habe alles abgesucht, finde sie aber grade nicht. Vielleicht hilft dir das Inet da ja weiter.

4. Eventuell könnt ihr euch bei eurem "Ja-Wort" ja auch an der alten Formel der Church of England orientieren: Der Mann verspricht der Frau sie zu lieben und zu ehren, die Frau verspricht dem Mann, ihn zu lieben, zu ehren und ihm zu gehorchen. Dann steckt der Mann der Frau den Ring an mit den Worten „Mit diesem Ring heirate ich dich, mit meinem Körper verehre ich dich/diene ich dir und mit all meinen weltlichen Gütern statte ich dich aus“. Diese Formel stammt zwar aus der Zeit um 1660, und eben aus England hört sich aber recht "mittelalterlich an".

Wenn ihr natürlich eine 100% historisch korekte Zeremonie eurer Darstellungszeit und Eures Darstellungsortes durchführen wollt, werden Euch diese 4 Dinge wohl nicht weiterhelfen. Vielleicht kann Euch dann aber ein Heimatforscher Eurer Gegend weiterhelfen.

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-Die Gegenwart war die Zukunft der Vergangenheit-

http://ritterschaft-von-sollich.jimdo.com/

Gerlach vom Eichgrund Offline



Beiträge: 8

22.01.2010 07:45
#9 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Vielen Dank für Eure Hilfe.
Diese Eheformel hört sich schon gut an. Mal sehen, ob meine Holde da mitmacht. Sie ist bei sowas recht nah am Wasser gebaut :-)
Ansonsten nehmen wir das recht locker und "A" muss wirklich nicht unbedingt sein.

Goschi Offline




Beiträge: 2.672

03.02.2010 16:51
#10 RE: Hochzeit im Mittelalter antworten

Hätt ich die Formel schon mal vor meiner Hochzeit gekannt - was wäre einem erspart geblieben.
Auf jedem Fall - mach es nicht zu "A" sondern richtet es nach Euren Gefallen aus. Man soll ja später mit Freude an den Tag denken, teilweise ist die Trauung früher mehr wie ein Kuhandel auf vetragsbasis abgelaufen und nur hinerher wurde gefeiert, das wollt Ihr doch nicht?


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