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 Taverne
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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

30.08.2011 16:52
#1781 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Ob Mittelalterfestival, Mittelaltermarkt, auch wenn die Veranstaltung "nur" zur Unterhaltung der Gäste dient, kann man sie auch der Brauchtumspflege zuordnen. Bei einer MA-Veranstaltung gleich welcher Art gehören mittelalterliche Waffen einfach dazu, ob Phantasie oder nicht es ist immer noch eine an das MA angelehnte Phantasieveranstaltung.

Mit den Feuerlöscher soll man gut den Kassenzettel aufheben, falls die Tüffmarke fehlt. Notfalls kann man Garantieansprüche geltend machen.

Mir wurde klar gesagt, dass das neue Waffengesetz nicht mehr zwischen Schaukampfwaffen und scharfen unterscheidet. Es ist nur noch von Blankwaffen die Rede und hierzu gehören auch abgestumpfte Schwerter. Demnach müssten alle Blanwaffen verboten werden. Leider können viele Behörden - wohl auch das Ordnungsamt Speyer die gesetze nicht richtig interpredieren. Das Waffengesetz gilt deutschlandweit.

Meine Ausrüstung ist mir jedenfalls zu lieb und teuer als das ich eine zwangsweisen Eingriff in mein Eigentum riskierenn werde. Was nützt mir die Erklärung des Landratsamtes, wenn auf einer Veranstaltung irgendein so ... mit Polizei, die Waffen einfordert. Dann verzichte ich lieber in Zukunft auf den Aufbau. Ich werde das in Vorab für mich eindeutig klären, was nun mitgenommen werden darf oder nicht. Ich lasse mich abe rauch nicht wie einen dummen Jungen behandeln, was bilden sich die Herren vom Ordnungsamt überhaupt ein? Kenn die nicht diese Ausnahmeregelungen? Haben die überhaupt mal nachgefragt? Was ist - wie schon weiter unten angesprochen - mit Axtweitwurf u. ä.?
Es ist sehr ilosorisch zu denken, dass so ein Verrückter wie anderswo durchdreht und mit Waffen der Heerlager die Massen nieder metzelt. Wer so etwas vorhat und das langfristig vorbereitet, rechnet sicher nicht mit herumliegenden Schaukampfwaffen. Natürlich kann sich mal jemand damit verletzten, wie sich jemand beim Holzhacken oder Brotschneiden verletzen kann oder vom Auto überfahren wird. Wir können auch alle nackt mit kurzgeschnittenen Nägeln erscheinen, damit die Verletzungsgefahr so niedrig wie möglich gehalten wird. Ein gewisses Risiko bringt das Leben nun mal mit sich ...
Ich komme jedenfalls mit meinem Lager, mit dem was dazugehört - oder gar nicht. Da kann ich auch wie im vergangenen Jahr Schul- und Kinderveranstaltungen machen, die freuen sich mindestens genauso wie die Besucher hier und niemand hat Angst vor ner scharfen Axt oder Messer...
Wenn im Gesetz steht Ausnahmegenehmigung für Brauchtumspflege, Künstler u. ä., dann hat man auch das Recht, davon Gebrauch zu machen. Das ist kein Allmosen sondern vom Gesetzgeber gewollt, dass es diese Ausnahmen gibt und das Ordnungsamt ist nicht Gesetzgeber sondern für ihm gelten die Gesetze genau so ohne diese willkührlich zu interpredieren.
Ich kann mir nicht vorstellen, das Gisbert als Veranstalter beim Ordnungsamt anrief und meinte, die sollen mal auf Blankwaffen kontrollieren. Er war sicher im Zugzwang, das brauchte er aber nicht zu sein.


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Rotscha Offline



Beiträge: 68

30.08.2011 17:32
#1782 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Ich habe folgende Mail an Gisbert geschickt und mal sehen, was er darauf antwortet.



Hallo Gisbert!

Ich muss jetzt auch mal meine Stimme erheben! Es sind jetzt wieder die bösen Heerlager, die als Waffenlieferant für gefährliche Irre herhalten müssen! Aber die Heerlager bringen ja auch kein Geld , wie die Rüstkammern und Schmieden, die SCHARFE Dolche ,Schwerter, Messer und Streitäxte anbieten. Und zwar in Reichweite aller kleinen und großen gierigen Hände, wärend bei den Heerlagern die Waffen meist ausserhalb der Reichweite und immer bewacht sind. Ja, wir haben scharfe Äxte, ja wir haben scharfe Messer, aber wie soll man sonst das Feuerholz kleinkriegen um den Touries ein schönes Bild zu bieten, wie soll man sein Gemüse schneiden, um Interessierten die Kochkunst des Mittelalters zu demonstrieren, wie kann man schnitzen um Werkzeuge herzustellen wenn man plötzlich mit einem plattgekloppten Flacheisen arbeiten soll!

Du betonst immer das noch nie etwas Passiert ist und ich glaube, das liegt auch am verantwortungsvollen Umgang der Heerlager mit ihrer Bewaffnung, sei es Schaukampf oder Deko,Jeder weiss, wie gefährlich eine scharfe Waffe, sei es Messer oder Schwert, sein kann in den falschen Händen. Also, verdamme nicht die Falschen, die ihr Hobby ernsthaft und mit vollem Bewustsein über die Gefahren betreiben, sondern unterbinde den Verkauf von SCHARFEN Dekoschwertern und Dolchen an Leute, die keine Ahnung haben was man mit sinnlosem rumgefuchtel anrichten kann.

MfG Roger Balz

Kommentare erwünscht

Bedenke wohl worum du bittest,.. du könntest es kriegen!

Andreas Offline



Beiträge: 144

30.08.2011 18:44
#1783 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Das Problem mit Blankwaffen kenne ich auch vom Schützenverein mit ihren Säbeln.

Wir haben es umgangen, indem wir einen kleinen Waffenschein beantragt haben, für den der für die "Waffen" (stumpf und nicht spitz)verantwortlich ist.
Es muß halt nur bei jedem Auftritt wo die "Waffen" getragen werden auch zugegen sein.

Gut das wir in unserer Gruppe bis auf Werkzeug (Arbeitsmesser und Holz bearbeitungs Äxte) auf solche gefährliche Waffen nicht zurückgreifen müssen.
Obwohl.. muß ich jetzt das Waffeleisen meiner Frau anmelden.. macht bestimmt sehr böööse Aua wenn man das auf den Kopf bekommt.

Was ist denn wenn ich aber solche hätte und auf sie verzichten müste?
Dann wäre ja meine Darstellung nicht mehr glaubhaft und nicht zeigens würdig.

Eigentlich bräuchte ich ja dann nicht mehr aufbauen... aber wenn ich dann die Abmelde Frist nicht einhalten kann....?

Probleme über Probleme

---------------------------------------------------
Mittelalter ist das, was man daraus macht.

Eowyn Offline




Beiträge: 11

30.08.2011 20:28
#1784 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

wenn ich mich mal einmischen darf...was ich jetzt ganz und gar nicht verstehe ist... die Behörden kennen doch das MPS nicht erst seit diesem Jahr. Sie haben schon einige Veranstaltungen mitgemacht, genehmigt und Erfahrungen gesammelt. Ich glaube langsam, dass etwas anderes hinter diesen Schikanen der Behörden stecken muss...

________________
Meditieren ist besser als Rumsitzen und nix tun ;)

Théoden Offline




Beiträge: 42

30.08.2011 23:40
#1785 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Ach übrigens, als ich am Samstag vielleicht eine gute Stunde nach Eröffnung mal an 'nem Waffenstand vorbei schaute, erblickte ich dort Lanzenspitzen, die sich nicht von der unterschieden, die bei uns ein Tag zuvor moniert wurde.....und das obwohl doch seitens des Veranstalters so groß getönt wurde, daß sämtliche Händler strengstens kontrolliert werden würden....oder hätte ich da jetzt Petze spielen sollen?


Ganz klar, ein Morgenstern ist eine verbotene Waffe und ich wage zu behaupten, daß es keine Darstellung gibt, die ihn unbedingt braucht, das wird auch jeder einsehen.
Aber, wenn ich meiner Nachtwache einen Polizei-Gummiknüppel zugestehe (mehr wegen des Sicherheitsgefühls als zum wirklichen Einsatz gedacht), dann stempelt das unser Lager nicht gleich zu einem Schlägertrupp ab. Wer mal alleine Nachtwache geschoben hat, weiß wie man sich fühlen kann....(wenn der Veranstalter eben die Lager außerhalb des eingezäunten Bereiches unterbringt und man sich nicht auf die sehr sporadisch patroullierenden Nachtwachen verlassen will...)
Aber kein Problem, ich statte meine Leute jetzt mit den großen Mag-Lites aus, die haben sich bewährt (das weiß ich aus früheren Jobs on the road und ich besitze noch zwei), das sind dann nur Taschenlampen....

Auch wir sind alle in einem Verein organisiert und wissen um die Ausnahmeregelungen bezüglich Brauchtumspflege, aber das scheint an diversen Stellen ja niemanden zu interessieren...zumal wir weder Schlagringe noch Springmesser noch was weiß ich mitführen...(was man aber bei der Rede des Veranstalters fast hätte vermuten können, daß jedes Lager ein riesiges, verbotenes Waffenarsenal mitschleift...)

Wir wurden nicht ein weiteres Mal kontrolliert, aber es geht hier einfach um's Prinzip. Hier findet kein Dialog zwischen Veranstalter und teilnehmenden Heerlagern statt, hier wird in einem fast nicht mehr hinnehmbaren Tonfall seitens des Veranstalters "auf die Lager eingedroschen", wo man doch eher annehmen sollte, daß es eher in seinem Interesse sein sollte, sich "schützend" vor sie zu stellen, bringen ihm diese doch einen recht kostengünstigen Unterhaltungsfaktor und einen nicht zu gering zu wertenden Publikumsmagneten. Wie wäre denn eine Markteröffnung ohne Heerlager? Ein Pestumzug ohne Akteure? Ja, ich weiß, Brennholz ist teuer und Stroh fast unerschwinglich heutzutage....
Es gibt sicher das ein oder andere Lager, welches nur die Annehmlichkeiten sieht, aber das ist die Minderheit. Ich denke jedes Lager ist bereit sich zu engagieren um zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen, aber das funktioniert auch nur dann, wenn der Veranstalter sie respektiert und auch für sie eintritt. Und das Gefühl habe ich eben derzeit nicht. Ich mache mich nicht zum Hampelmann oder lasse mich "zum hirnlosen Waffennarr" degradieren, wenn ich mir die Zeit nehme und Mühe mache auf einer Veranstaltung aufzubauen (den Gästen und Besuchern etwas bieten möchte), die mich, und das Lager, gute 150-200€ das Wochendende kostet, welche mir der Veranstalter nicht ersetzt (Freikarten sind ja schön und gut, aber ICH habe nix davon, wenn ich sie verschenke...und die gibt's ja eh nur einmal im Jahr...).





Ach ja, ich wäre auch dafür dann, daß es keine Steinkrüge mehr gibt an den Tavernen, hat jemand mal gesehen, wie es aussieht, wenn irgendein Hirni so ein Teil seinem Nachbarn auf den Schädel knallt? Kann nur sagen, sehr hübsch.....

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Arianwen Offline




Beiträge: 78

31.08.2011 09:36
#1786 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Leute kommt mal wieder runter und beißt nicht dauernd die Hand die euch Füttert.
Wisst ihr warum die vom Amt da waren? Wisst ihr ob die das Waffengesetz richtig verstanden haben oder nur so auslegen wie es ihnen wieder mal in Kram passt?
Was ist wenn Gisbert wieder mal Informationen bekommen hat, die nur halb wahr sind?
Er muss nicht Profi im Waffengesetz sein und wenn er von den Ämtern entsprechende Informationen hat muss er diesen erst mal glauben!
Und denkt mal nach, was hat Gisbert und das MPS dieses Jahr schon alles mitmachen müssen durch die Ämter etc?

Eduard, bitte bring mal Klarheit in das Thema, ich weiß du hast eigentlich keinen Nerv das ganze wieder auseinander zu pflücken aber keiner kann das so schön Sachlich erklären wie du :)

Und nur weil Gisbert hier auch Heerlager erwähnt heißt das nicht das er uns/euch auch wirklich meint, es gibt immer Pappenheimer die komisch sind und eben nicht verantwortlich mit ihrer Ausrüstung umgehen - das hatten wir auch schon im Lager - war dann zwar Grund für einen Rauswurf aber kam halt vor.

Théoden, nur weil ein Waffenstand nicht beanstandet wurde aber eure Lanzenspitze muss das nicht Gisberts schuld sein, sondern die des Amtes!

Das ist ja wie mit Gutenberg hier >.< der macht nen kleinen Misthaufen (jung) und wird behandelt wie ein Verbrecher aber die die die Arbeit mit Fehlern durch gewunken haben (erfahrene Professoren etc.)trifft keine schuld - ne ist klar :(
Was ein bescheidenes Land in dem wir leben ......

Sry für OT aber musste sein


~ Ritterschaft von Sollich ~

Cenedra Offline



Beiträge: 34

31.08.2011 11:23
#1787 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Also er meint eindeutig Lager! Hier ein Auszug von seiner HP:

"Weiterhin ist es verboten scharfe und spitze Waffen in der Öffentlichkeit zu führen und ob ich auch mit stumpfen oder nicht scharfen Waffen jemanden verletzen oder töten kann, steht hier nicht zur Diskussion.

Auch mit einer Kokosnuss könnte man jemanden töten, im Waffengesetzt ist aber nicht niedergeschrieben, dass es verboten ist eine Kokosnuss in der Öffentlichkeit zu tragen oder zu führen, es ist aber niedergeschrieben, dass es verboten ist scharfe oder spitze Waffen in der Öffentlichkeit zu führen.

Daher noch einmal ganz klar gesagt, beim MPS sind scharfe und spitze Waffen für Heerlager und Gäste verboten, was Ihr damit zu Hause oder bei einem anderen Mittelalter Fest macht ist mir völlig egal, beim MPS werde ich solche scharfen und spitzen Waffen nicht zulassen, auch keine Armbrüste und Morgensterne.

Scharfe Hellebarden kann man stumpf machen und Waffenhändler dürfen sehr wohl beim MPS scharfe und spitze Waffen verkaufen, wenn die Gäste diese erworbenen Waffen sofort in den Kofferraum ihrer Fahrzeuge verfrachten und nicht damit über das MPS Gelände spazieren, ist das völlig OK."

Da wir nun auch unsere Pfeile nicht mehr mitnehmen dürfen, da sie damals scharf und spitz waren, die wir eben den Besuchern sehr gerne und VORSICHTIG erklärt und gezeigt haben, sind wir auch schon am überlegen, was wir dort darstellen sollen? Einen Bogenschützen ohne Pfeile??? Und wir werden die Pfeile nicht stumpf machen, denn damit würden sich die Besucher "veräppelt" fühlen, wenn ich dazu sagen müsste, daß sie sich alles noch "scharf" vorstellen sollen.

Cenedra

Lageromi Offline




Beiträge: 135

31.08.2011 11:23
#1788 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

So jetzt melde ich mich dann doch mal zu Wort.
Sicher hat Gisbert ne Menge Auflagen bekommen diese Saison und ettliche davon sind auch eher unsinnig als nützlich. Aber: bevor ich mich auf einer HP (also in der Öffentlichkeit) so im Ton vergreife, mache ich mich erstmal schlau.
Mich wundert es langsam nicht mehr, das die Behörden ihm immer mehr unsinnige Auflagen gibt. Denn wer seine Texte über die "Verfehlungen" der Heerlager auf seiner HP liest (die er dort anklagt), kann sehr schnell den Eindruck gewinnen, das wir Heerlager ja alle die absoluten Vollpfosten sind.

Das es nur wenige bzw. einzelne Heerlager sind, die sich daneben benehmen, bekommen die Leser bzw. Behördenvertreter ja gar nicht mehr mit.
Meine persönliche Meinung ist, dass Gisbert an einigen Auflagen selber schuld ist. Ich lasse mich da aber auch gerne durch eine ruhige und sachliche Argumentation von meiner Meinung abbringen.

Was das Waffengesetz angeht kann ich nur noch folgendes sagen: Eduard erklärte mir gerade in "ganz wenigen" (schmunzel) Worten, das das Waffengesetz nicht so einfach zu verstehen sei und daher jede Behörde es anders ausleget oder auslegen könnte.

So und jetzt, sollten sich die Gemüter hier wirklich erstmal beruhigen und vielleicht bekommen wir dann ja auch von Gisbert eine ruhige und sachliche Erklärung oder vielleicht ja zumindest eine Entschuldigung für seinen Tonfall.

Es grüßt die strickende Lageromi.

Arianwen Offline




Beiträge: 78

31.08.2011 11:34
#1789 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Zum Tonfall von Gisbert, gut da habt ihr recht, der westfälische Bullerkopp ist eben wie er ist.
So wie ich ihn erlebt habe, bis jetzt, muss er das aus dem Bauch raus geschrieben haben und Gisi neigt dazu nun mal nicht immer einen einen diplomatischen Ton zu treffen, im Gegenteil er ist Weltmeister darin alles an zu bellen. ^^
So ist er nun mal, ob das nun gut oder schlecht ist sei da hingestellt, ich will das nicht bewerten. Aber das wird sich sicherlich nicht mehr ändern ;)
Das er da etwas über das Ziel hinausgeschossen ist, ist korrekt aber bitte, nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, das ist bei Gisi nicht anders^^
Und wenn man ihm die Sachlage ruhig und ausführlich darlegt, kann man auch prima mit ihm drüber reden.
Wenn ihr aber nun alle ihn angreift wird er es machen alle Westfalen hier, dicht ~ und damit ist dann Sense.
Daher kommt alle runter und Eduard schreib du was zum Thema ... biiiiiiiiiiiittttttttteeeeeeeeee

Cyfarchon,
Ari


~ Ritterschaft von Sollich ~

Lageromi Offline




Beiträge: 135

31.08.2011 13:13
#1790 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

@Alanna: Du dürftest mich jawohl auch lange genug kennen um zu wissen, dass ich Gisbert oft genug in Schutz genommen habe, was seinen Ton angeht. Aber auch bei mir ist irgendwann mal eine Grenze erreicht. Klar liegen bei ihm die Nerven blank. Und was den Tonfall angeht: ich musste auch lernen nicht immer wie die Axt im Walde (verbal) zu sein. Denn wer brüllt hat nicht immer automatisch recht. Es gibt zwar auch genügend Menschen die mit diplomatischen Worten nichts anfangen können, aber mit den meisten Heerlagern konnte er doch immer vernünftig reden. Oder????

Ist er wirklich nur die Hand die uns füttert? Was wäre denn das MPS ohne die Heerlager???? Es wäre nicht mehr das was es jetzt ist. Wenn wir nur ein Kostenfaktor sind, warum macht er dann das MPS nicht nur noch mit Händlern und Künstlern???? Weil er dann nicht mehr das MPS wäre, sondern sich nicht mehr von den vielen anderen Veranstaltern hervorhebt, die nur Markt und Künstler machen.

Aber diese Diskussion hatten wir hier wirklich schon oft genug. Ich würde mir für uns Heerlager nur wünschen, dass es wieder ein ordentliches, sachliches und ruhiges Miteinander gibt. Es macht nämlich irgendwann keinen Spaß mehr sich sehr oft (bei seinem Hobby) angegriffen zu fühlen.

Jetzt hoffe ich erstmal auf einen etwas friedlicheren Saisonabschluss (mein persönlicher Saisonabschluss) in Borken.

Es grüßt die strickende Lageromi.

Théoden Offline




Beiträge: 42

31.08.2011 14:00
#1791 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

@ Alanna

Ich habe Gisbert nicht angegriffen, ich habe lediglich geschrieben, daß ich mich bei dieser Art und Weise nicht respektiert fühle, weder als Person, noch als Lagergemeinschaft. Für mich ist aber gegenseitiger Respekt ein Hauptpfeiler im Umgang miteinander, und tut mir leid, ich lasse die geologische Herkunft eines Menschen nicht gelten als Ausrede, wenn man sich im Ton vergreift.

Auch ich wünsche mir eine sachliche Diskussion, aber dabei muß eben auch Kritik zugelassen sein, höflich und sachlich formuliert, nur so kann man auch zu einem Ergebnis kommen.


@ Lageromi

Ich darf mich deinen Worten anschließen.

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Dannie Offline




Beiträge: 311

31.08.2011 14:20
#1792 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

Gisbert ist wie er ist, ändern wird ihn keiner mehr Ob er überreagiert hat, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber es wird wohl nicht nur um die eine Lanzenspitze gegangen sein. Da werden wohl die Falschen den Druck abbekommen haben, was absolut daneben ist! Théoden, ich will Dir da nicht an´s Bein pieseln, ganz im Gegenteil.
Ich fürchte nur das es einige "Strategen" gründlich übertrieben haben. Nur das diese sich bestimmt nicht die Mühe machen hier im Forum mal vorbei zu schauen, oder auf Gisbert HP.

Aber eindeutig falsch hat das O-Amt in einigen Punkten gelegen!!!
Ich kann Euch jetzt nur sagen wie "ich/wir" es händeln und bis jetzt keine Probleme hatten (sind sogar schon gelobt worden )
Die "Holzaxt" - Wir versuchen vor der Öffnungszeit genügend Holz für den Tag zu haben. Dann verschwindet die Axt bis zur nächsten Verwendung in einer geschlossenen Truhe.
Jeder kennt die "interessierten Besucher" die Dir gerne auf der Hacke stehen, egal ob ihnen das Holz um die Ohren fliegt

Gebrauchsmesser mit scharfer Klinge werden nach Gebrauch auch wieder verstaut. Alles unter 12cm Klinge ist auch nicht verboten!"Eßmesser" werden auch nicht am Gürtel spazieren getragen, ist auch un-praktisch/-nötig

Schaukampfwaffen müssen eine Kantendicke von (mehr als) 2mm haben. Daher erledigt sich das auch mit den spitzen Ecken.
Da mit meine ich jetzt so ziemlich alle Hieb- und Stoßwaffen: Spieße, Hellebarden, Saxe, Schwerter, Dolche,etc. pp. (jetzt sollte man das auch noch um Zelt und Fahnenspitzen erweitern)

Pfeile/Spitzen entweder komplett auf einem "Schaubrett" befestigen (dann bekommen sie auch nicht so schnell Beine). oder "nur" die Spitzen.
Die verwendeten Pfeile sind eh meistens "moderne", sprich projektil förmlich und nicht spitz.?

Zur Armbrust, da liegt der dickste Fehler! Aber lest selbst: http://www.schuetzenbund-wesermarsch.de/armbrust.pdf

Morgensterne mit !stumpfen! Beschlägen sind auch nicht verboten, sie gelten als Dekogegenstand! http://www.jugend.essen.de/Aktuelles/Arb...Waffenrecht.pdf

So das war mein Senf, aber Erklärbär Eduard kann es bestimmt besser!
Lasst Euch nicht ärgern, Kopf hoch!

P.S.: Ich würde aber auch dafür plädieren, daß die Besucher kontrolliert werden. Taschenkontrollen sind ja mittlerweile auf jeder VA üblich.

Théoden Offline




Beiträge: 42

31.08.2011 14:45
#1793 RE: Von idiotischen Behörden verfolgt. antworten

@ Dannie

Keine Sorge, ich versteh schon was du meinst....


Ich möchte darauf hinweisen, daß kein Lager namentlich genannt wurde und ich auch die Tirade nicht auf unser Lager beziehe, mir geht es generell um die Art und Weise, wie vorgegangen wurde und den angeschlagenen Tonfall.
Unserem Lager ist es eben mehrfach am Wochenende in Speyer sauer aufgestoßen (habe ich ja schon kurz umrissen in meinem Post auf der letzten Seite) und es wäre eben schön, wenn solche Dinge nicht mehr passieren würden, oder zumindest nicht auf solch eine Weise.
Ich mache das jetzt auch nicht an der beanstandeten Lanzenspitze fest (die haben wir weggeräumt und gut war, sämtliche anderen Waffen wurden verräumt oder gesichert), nur müssen einfach ganz klare Anweisungen her, dann passiert sowas nicht und man kann im Vorfeld schon sagen, unter diesen Bedingungen baue ich auf, oder nicht.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

31.08.2011 15:03
#1794 Blankwaffen und Auflagen antworten

Fakt ist, das - aus welchen Gründen auch immer - Gisbert in diesem Jahr jede Menge zusätzliche Auflagen von den Behörden bekommen hat, die jede Menge Zeit und Geld kosten.
Auch die Lager sind davon stark betroffen, denn Gisbert reicht ja die Auflagen - einschließlich Kosten und Zeit an die Lager weiter.
Die Lager sind ja auch das Endglied in der Kette, sie können ja die Kosten nicht umlegen, denn im Gegenstaz zu den Künstlern bekommen sie keine Gage und im Gegensatz zu den Händlern, die ja auch von uns Heerlagern profitieren, haben sie keine Einnahmen. Insbesondere ist dabei die Lagerausleuchtung und der große Feuerlöscher zu erwähnen. Letzteres wurde von den Lagern auf freiwilliger Basis meist mitgenommen. Der Vergleich mit der Hand, die füttert, ist deshalb sehr weit hergeholt. Meine Hand die mich füttert, ist meine Arbeitsstelle, aus deren Einnahmen ich alles Augaben meiner Mittelalterdarstellung begleiche.
Die fütternde Hand trifft z. B. eher für Igor zu. Er und sein Lager erhalten ja ein Entgeld. Er hätte wohl ein Problem, wenn er die Forderungen von Gisbert nicht mehr erfüllt, denn dann gibts keine Kohle mehr.

Man kann damit feststellen, dass nicht nur Gisberts Unkosten gestiegen sind, sondern auch die Kosten der Lager.

Eindeutig muss man sagen, dass es bisher den Lagern im Gegensatz zu den Besuchern gestattet war, Blankwaffen mitzunehmen. Historische Blankwaffen gehören zum Bild der Lager mit dazu und gehören damit zur Brauchstumspflege der jeweiligen Lager. Auch eine mittelalterliche Veranstaltung hat nun mal "echte" Elemente des Mittelalters, selbst eine Phantasiedarstellung geht ohne dem nicht, sonst gäbe es ja gar keinen Bezug zum Mittelalter mehr.

Gisbert hat sicher versucht, die Auflagen des Ordnungsamtes irgendwie zu kaschieren und deshalb schon von einem bisherigen Verbot gesprochen. Meiner Meinung nach hätte er den Ausnahmepunkt des Waffengesetzes ansprechen und auf die Brauchstumspflege hinweisen können, er wollte jedoch dem Ordnungsamt in diesem Punkt nicht wiedersprechen und konnte somit nicht sagen, dass er scharfe Blankwaffen erlaubt hatte.

Allerdings können die meisten Behörden offensichtlich keine Gesetze lesen, sonst müsste sie erkennen, dass das neue Waffengesetz alle Blankwaffen gleich behandelt und Schaukampfwaffen mit dazu zählen. Somit müssten alle Blankwaffen - einschließl. Schaukampfwaffen verboren werden, wenn man den Punkt der künstlerischen Darstellung und Brauchstumspflege außer Acht lässt. Man könnte das schroff wie Gisbert beschreiben, aber das ändert daran auch nichts.
"Mein" Landratsamt - Abt. Waffenrecht hat mir zu meiner Frage, vielleicht sicherhaltshalber eine Genehmigung zu beantragen geantwortet, "Machen wir ihnen sofort, wäre aber nur Geldschneiderei und doppelt gemoppelt, weil Sie ja schon laut Gesetz in die Ausnahmeregelung fallen"

Ich hätte mir vom Ordnungsamt deshalb eine solche Handlungsweise nicht gefallen lassen und mich sofort beim Bürgermeisteramt oder Landratsamt beschwert. Ich betrachte das als Einschränkung des Wirkens meines Vereins. Nur mit Gisberts Unterstützung - er hat ja das Hausrecht und kann natürlich Waffen verbieten, hatte das Ordnungsamt ein Berechtigung, diese Waffen zu verbieten!

Wie schon früher erwähnt, habe ich bei diesem Ordnungsamt angefragt und die Sache für unseren Verein - für evtl. zukünftige Aufbauten richtig gestellt. Bei Gisbert habe ich eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Die Antwort erfahre ich frühestens am Freitag, weil ich 2 Tage urlaub habe und erst dann meine Mails auf Arbeit abrufen kann.

An Gisberts Stelle würde ich beim Ordnungsamt klarstellen, dass "seine" Teilnehmer Brauchtumspflege betreiben und damit unter die Ausnahmeregelung fallen. Das muss natürlich Gisbert selbst machen wie er es für richtig hält.
Man muss auch erwähnen das Gisbert das Hausrecht hat und seine Bestimmungen für die Teilnehmer Gesetz sind, deshalb habe ich die Genehmigung beantragt. Ebenso kann das Ordnungsamt in seinem kommunalen Hoheitsgebiet einschränkende Regelungen treffen, wenn es eiune Gefährdung der allg. Ordnung u. Sicherheit sieht. Alledings kam das was ich hörte, nicht so rüber.

Für mich/uns als glitzekleinen Familienverein steht fest (Auch wenn wir vielleicht nur mit 3 Personen aufbauen):
Überall dort, wo wir aufbauen, bleiben wir unserem Aufbauziel und unserer Identität treu, d. h. wir werden immer u. a. mit unseren Blankwaffen auftreten und hierüber Erklärungen für die Interessierten abgeben. Dabei machen wir keinen Unterschied, ob diese Waffen stumpf oder scharf sind, wir haben an historischen Rennherden geschmiedete Saxe, die stumpf sind und ich habe auch ein 400-lagiges Damastmesser und scharfe geschmiedete Äxte, die zu unserem Equipment gehören und die ich bestimmt nicht dadurch verunstalte, das ich die Schneide entferne.
Auch für unsere Darstellung gibt es bei allen Entgegenkommen Grenzen, inwieweit wir unsere Darstellung abändern und einschränken können. Diese o. g. Forderung können wir leider nicht realisieren.
Es kann nicht sein, dass wir in Kindergärten und Schulen mit Genehmigung vom Kultus gut gelungene Veranstaltungen machen, das Waffengesetz die entspr. Regelung dafür hat und hier wird gemutmast, dass mit unseren Schwertern auch Verrückte oder Triebtäter dies Waffen missbrauchen könnten. Dazu gibt es zuviel Gegenstände und Werkzeuge, die auch hierfür herhalten könnten, als das eine Langaxt oder ein Sax hierfür den Ausschlag geben würde.

Auch als Lager kann man gewisse Mindestanforderungen für seinen Aufbau erwarten. Natürlich kann man die mit dem Veranstalter nur im guten Einvernehmen aushandeln. Wenn die Anforderungen und Erwartungen von einer Seite nicht erfüllt werden können, muss man eben darüber nachdenken, diesen "Vertrag" nicht mehr einzugehen. Ich hoffe, dass diese Frage zu den Blankwaffen generell noch mal aufgeworfen und geklärt wird.

Die Gruppen und Vereine betreiben alle mittelalterliche Brauchtumspflege, sonst würden sie ja nicht beim MPS aufbauen. Demzufolge sollte hier auch die Ausnahmeregelung vom Waffengesetz Anwendung finden und dort wird, wohlgemerkt, nur von Blankwaffen gesprochen!


Auch wird das Waffengesetz völlig falsch interprediert. Mir kommt es so vor, dass die Verantwortlichen es überhaupt nicht gelesen haben. Um es noch mal ganz klar zu sagen es ist dort nicht von spitzen oder stumpfen Waffen die Rede sondern von Blankwaffen und hierzu gehören nunmal auch alle historischen Schwerter Degen und Messer ab einer bestimmten Größe. Wenn man sich also auf das Waffengesetz beruft, sollte man sich auch auf die Dinge beziehen, die dort aufgeführt sind.

Auch hat ein jeder Bürger auch das Recht, nicht nur die einschränkenden Regelungen, sondern auch die Ausnahmeregelungen in Anspruch zu nehmen.
Wenn man also Waffen für Gruppen und Vereine verbietet, die in diese Ausnahmeregelung fallen sollte man auch nicht das Waffengesetz heranziehen, welches im Rahmen der Brauchtumspflege und des künstlerischen Gebrauches eindeutig Blankwaffen gestattet sondern auch sagen, das man selbst das verbot ausspricht.


3 Dinge kommen nie zurück: Der abgeschossene Pfeil; Das gesprochene Wort; Die verpasste Gelegenheit.
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Eduard Offline




Beiträge: 509

01.09.2011 06:18
#1795 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

So, dann auch mein Beitrag zum Thema:

Angelehnt an Michael Mittermeiers Sketsch zur bekannten O.B. Werbung "Die Menstruation der Frau, ist eine Geschichte voller Überraschungen. OB nimmt die Regel dort auf, wo sie entsteht". Im Werbespot sieht man dann wie eine Frau ein O.B in die Hand nimmt, darauf Mittermeier, "ICH HAB NOCHT NIE EINE FRAU IN DER HAND BLUTEN SEHN!!" könnte man auch schreiben: "Der Umgang mit dem deutschen Waffengesetz ist eine Geschichte voller Überraschungen. Denn sie wissen teilweise nicht was sie tun, sind aber davon überzeugt zu wissen was sie tun.

Und dieses "Denn sie wissen teilweise nicht was sie tun, sind aber davon überzeugt zu wissen was sie tun", bezieht sich, im Bereich "Mittelalterdarstellung und Waffengesetzt" eigentlich auf alle daran beteiligten Gruppen. Seien es die Behörden, die Veranstalten, die Lager oder die Besucher.

Ja wie das denn jetzt? Wir leben doch in Deutschland und da gibt es so was wie Rechtssicherheit. Kann doch alles nicht so schwer sein mit dem Waffengesetz. Ist ein Bundesgesetz und das wird ja überall gleich behandelt. Ach wenn das doch nur so wäre. Ach watt wär datt schön.

Anhand von meinem Beitrag, in dem ich die mir vermittelte Rechtslage darlege und einem Betrachten der Beiträgen von Goschi, in denen er die ihm mitgeteilte Rechstlage beschreibt, möchte ich Euch den real existierenden Wahnsinn "Waffengesetz und die verbindlichen Aussagen von Behörden" näher bringen. Seht zu dass ihr mit allem versorgt seit, was ihr in nächster Zeit braucht, Kaffee, Kekse, Kippen etc. weil das wird jetzt ein langer Beitrag. Ein sehr langer Beitrag.

Erstmal, das Waffengesetz regelt Dinge die Waffen betreffen. Und zwar Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Soweit so gut, bedingt ja fast schon die Logik. Also, alles, was per Definition keine Waffe ist, ist für uns alle schon mal uninteressant zu betrachten.

Ich berufe mich hier nun in meinen weiteren Ausführungen, auf Auskünfte wie ich sie von Polizeipräsidien und anderen Behörden in NRW, die für sich in Anspruch nehmen fachkundig zu sein, erhalten habe oder kenne und nach denen ich mich bei meiner Darstellung richte.

Befassen wir uns also mit den Waffen, die für uns in Frage kommen, das sind ja erstmal Hieb- und Stoßwaffen und der Frage, wann etwas, was wie eine Waffe aussieht, aber trotzdem keine Waffe, im Sinne des Waffengesetzes ist. Laut Auskunft oben genannter Stellen gilt, nach derzeitigem Recht folgendes:

Säbel, Schwerter, Morgensterne, Lanzen, Speere, Dolche, Wurfäxte, Streitkolben etc. werden als so genannte Hieb- und Stoßwaffen gewertet. Sie gelten als Waffen im Sinne des Waffengesetzes.

Hieb- und Stoßwaffen sind nach den Bestimmungen des Waffengesetzes Geräte, die ihrem Wesen nach objektiv dazu bestimmt sind, unter unmittelbarer Ausnutzung der Muskelkraft durch Hieb, Stoß, Stich, Schlag oder Wurf Gesundheitsbeschädigungen oder Körperverletzungen beizubringen. Keine Hieb- und Stoßwaffen sind solche Geräte, die zwar Hieb- und Stoßwaffen nachgebildet, aber wegen z. B. abgestumpfter Spitzen und abgestumpfter Schneiden offensichtlich nur für den Sport, Brauchtum oder als Dekorationsgegenstand geeignet sind (Schwerter, Säbel, Dolche, aber auch Morgensterne).


Soweit also eigentlich alles klar. Nicht spitz und nicht scharf = keine Waffe im Sinne des Waffengesetzes. In einer Auskunft wird das auch nochmal deutlicher und es wird darauf hingewiesen dass diese Nachbildungen nur als Dekorationswaffen zu werten sind, nicht mehr den Bestimmungen des WaffG unterliegen und somit auch auf sogenannten Mittelaltermärkten geführt werden können.

Persönliche Anmerkung: Man beachte, der Morgenstern ist demnach nämlich keine verbotene Waffe wie so oft behauptet, sondern auch nur eine Hieb- und Stoßwaffe. Er wird im übrigen auch nicht im WaffG explizit erwähnt. Er zählt also auch nicht, wie oft angenommen zu den "Todschlägern" oder zu den "Gegenstände, die nach ihrer Beschaffenheit und Handhabung dazu bestimmt sind, durch Drosseln die Gesundheit zu schädigen (z.B. Nun-Chakus)" nur weil der Morgenstern an ner Kette hängt. Hier deckt sich also schon mal die mir mitgeteilte Einstufung mit der von Danni.

Somit sollte klar sein, dass alles das, was wir als Schaukampfwaffe bezeichnen, also nicht spitz ist und dazu noch stumpf ist, rechtlich, ein Dekogegenstand ist. Demnach gehen wir beim Schaukampf oder ähnlichem also auch keinem Sport mit Sportwaffen nach, sondern "prügeln" uns mit Dekogegenständen.

Kommen wir nun zu den echten Waffen. Also nix stumpf und schön spitz.

Hier greifen natürlich auch für uns, als Darsteller einer mittelalterlichen Epoche, die Bestimmungen für das Waffenrecht, insbesondere natürlich das Verbot des Führens bei öffentlichen Veranstaltungen, also auch Mittelaltermärkten. Aber, es gibt ja die, auch von Goschi erwähnte Ausnahme, nämlich wenn das Tragen der Waffen im Zuge der "Brauchtumspflege" geschehen soll.

Nach den mir bekannten Auskünften gilt dafür folgendes:

Anknüpfungspunkt des Brauchtums ist entweder
a) ein geschichtlicher Hintergrund, damit ist das Nachstellen historischer Gegebenheiten oder Ereignisse gemeint oder
b) eine regionale Gepflogenheit.
c) Die zuständige Behörde, in dessen Verantwortungsbereich die Veranstaltung fällt, kann vom Verbot des Führens Ausnahmen zulassen, dh. das Führen von Waffen erlauben, wenn [...] der Antragsteller nachgewiesen hat, dass er auf Waffen bei der öffentlichen Veranstaltung nicht verzichten kann (Schützen-, Brauchtums, Karnevalsveranstaltungen)
.


Alleine diese Aussagen zeigen schon, wie viel Spielraum den zuständigen Behörden bleiben. Lassen wir b) erstmal außen vor und schauen uns nur a) an. Fällt das MPS darunter und somit auch die teilnehmenden Lager? Gute Frage. Fällt die Teilnahme an einer Veranstaltung, die von sich selber sagt "DIE-MPS-NICHT-AUTHENTISCH-SONDERN-PHANTASTISCH-TOUR-2011" unter die in a) genannten Kriterien? Wenn ich jetzt böser Behördenbüttel bin sage ich folgendes: "Die Veranstaltung nimmt selber nicht für sich in Anspruch authentisch zu sein, hat somit keinen geschichtlichen Hintergrund somit trifft logischerweise auch das, was als -Nachstellen historischer Gegebenheiten oder Ereignisse- gemeint ist nicht zu. Damit gibt es keine Notwendigkeit, dass die teilnehmenden Heerlager eine unter a) definierte Darstellung betreiben und somit ist Punkt c) hinfällig." Stempel raus: Antrag abgelehnt.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass die Veranstaltung "Mittelalterlich Phantasie Spectaculum" heißt. Eine Anbindung an das Mittelalter gegeben ist und ich ja deswegen mit meinem Lager, welches einen geschichtlichen Hintergrund hat, dort aufbaue. Kurz, mein Lager hat nen geschichtlichen Hintergrund, also hätte ich jetzt bitte die Ausnahmegenehmigung.

Und wieder bin ich der böse Amtsbüttel und sage: "Lieber Antragsteller, es ist schön, dass sie einen historischen Hintergrund haben. Das freut mich für sie. Und jetzt erklären sie mir mal, warum sie für diese Darstellung echte Waffen brauchen und keine solchen Geräte, die zwar Hieb- und Stoßwaffen nachgebildet, aber wegen z. B. abgestumpfter Spitzen und abgestumpfter Schneiden offensichtlich nur für den Sport, Brauchtum oder als Dekorationsgegenstand geeignet sind (Schwerter, Säbel, Dolche, aber auch Morgensterne). Genau für Ihre Zwecke gibt es doch solche Gegenstände. Ihre Darstellung können sie damit glaubhaft betreiben." Stempel: Antrag abgelehnt.

Nun könnte man natürlich noch anführen, dass man dem interessierten Publikum an Hand von Hieb- und Stoßvorführungen an Strohmatten etc. zeigen will, wie diese Waffen gewirkt haben. Ob das aber ein hinreichende Nachweis ist, dass auf Waffen bei der öffentlichen Veranstaltung nicht verzichten werden kann, mag ich wage, nach den mir gemachten Aussagen, zu bezweifeln.

Die abschließende Beurteilung, der mir bekannten Auskünfte der zuständigen Behörden, kommen nämlich auch zu folgender Einschätzung: In der Regel ist es jedoch erfahrungsgemäß für den Antragsteller schwierig, nachzuweisen, dass er auf Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen nicht verzichten kann.

Ob es sich nun lohnt zu versuchen, für jeden Markt auf den man fährt, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen um echte Waffen führen zu dürfen, mag jeder für sich selber entscheiden. Mir ist der Aufwand zu hoch und bei uns wird auf die problemlose Variante der "Dekogegenstände" zurückgegriffen. Persönliche Anmerkung: Auffallend ist, es wird offensichtlich rechtlich kein Unterschied gemacht, ob es sich bei demjenigen, der Dekogegenstände oder Waffen mit sich führen will um Teilnehmer der Veranstaltung handelt, in unserem Falle also die Mitglieder der Lager, oder um Besucher dieser Veranstaltung.


So, nun habt ihr ganz viel gelesen …. überlegt wahrscheinlich kurz … stutzt … und lest nochmal das nach, was Goschi geschrieben habt. Schüttelt verwirrt den Kopf. Wenn ihr jetzt noch nicht aufgegeben habt überfliegt ihr nochmal meinen Roman. Und plötzlich wird wird man sich die Frage stellen. Schreiben Goschi und Eduard über die selben Dinge? Was denn nun los???.

Goschi schreibt was von Blankwaffen. Eduard aber was über Hieb- und Stoßwaffen. Eduard schreibt, dass man ihm mitgeteilt hat, dass es unterschieden wird, was nun ne Waffe und was ein Dekogegenstand ist. Goschi schreibt, ihm wurde klar gesagt, dass das neue Waffengesetz nicht mehr zwischen Schaukampfwaffen und scharfen unterscheidet. Es ist nur noch von Blankwaffen die Rede und hierzu gehören auch abgestumpfte Schwerter.

Goschi kann nach den Aussagen seiner Behörden auch seine scharfen Waffen, ohne extra ausgestellte Ausnahmegenehmigung, mitführen, weil sie nach der Aussage seiner Behörden durch den Passus der Brauchtumspflege abgedeckt sind. Und es ja auch keinen Unterschied bei den Blankwaffen mehr gibt. Nach Aussagen in unserer Gegend darf ich das nicht, wenn ich nicht die Ausnahmegenehmigung bekomme, die ich aber nur schwerlich bekommen würde, weil eben doch nach scharfen Waffen und Dekowaffen unterschieden wird und ich die Notwendigkeit des Führens von Waffen nur schwerlich nachweisen könnte.

Und ja, Goschi und ich reden sicherlich über das selbe Gesetzt. Und ja, wir reden sicherlich auch beide über das wirklich aktuelle Gesetz.

Ja, es ist ein absoluter Irrwitz, wie unterschiedlich die Aussagen von Fachbehörden sein können. Wer hat denn nun Recht? Goschis Behörden oder meine? Wer recht hat oder nicht … gute Frage, nächste Frage. Ich für meinen Teil werde mich an die Auskünfte meiner zuständigen Behörden halten und darauf berufen. Ja und Goschi wird sich wohl auf die Aussagen seiner Behörden berufen. Was anderes bleibt uns ja nicht übrig. Aber damit sind natürlich Riesenprobleme vorprogrammiert, wie uns Speyer ja wohl zeigte.

Aber, der Irrwitz geht ja noch weiter. Als ich das gelesen habe,

Zitat von Monasterianer
Das Problem mit Blankwaffen kenne ich auch vom Schützenverein mit ihren Säbeln.

Wir haben es umgangen, indem wir einen kleinen Waffenschein beantragt haben, für den der für die "Waffen" (stumpf und nicht spitz) verantwortlich ist.
Es muß halt nur bei jedem Auftritt wo die "Waffen" getragen werden auch zugegen sein.


ist mir fast die Kinnlade runter gefallen. Andreas kommt ja auch aus NRW und sogar aus der selben schnuckeligen Stadt wie ich. Nun sollte man ja glauben, dass wenigstens hier die Gesetze gleich ausgelegt werden. Aber, weitestens gefehlt. Ich habe mir auch meinen gesamten stumpfen Schwertpröngel geschnappt und bin losgedackelt um mal nachzufragen, ob ich dafür nen kleinen Waffenschein bekommen kann. Gebe aber zu, dass das von mir eher als ein Gag und ne Art des Protestes gegen unser Waffengesetz war.

Wie erwartet wurde mir mitgeteilt, dass der kleine Waffenschein lediglich das Führen von sog. PTB-Waffen erlaube. Also die umgangssprachlich besser bekannten Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Eine Anwendung auf Hieb- und Stoßwaffen ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Zu diesem Thema gibt es sogar auch nen Hinweis auf der Inet-Seite der Polizei NRW. Ebenfalls dort wird übrigens auch nochmal darauf hingewiesen, dass die Schwerter, die wir als Schaukampfschwerter bezeichnen Nachbauten sind und keine geschliffenen Klingen haben, daher gelten sie nicht als sog. Hieb- und Stoßwaffen nach dem Waffengesetz.

Die Frage, die ich mir natürlich jetzt die ganze Zeit stelle ist: Wie kann es also sein, dass Andreas für die "Waffen" (stumpf und nicht spitz) des Schützenvereins nen kleinen Waffenschein bekommen hat, obwohl der, laut Aussage der Polizei NRW, gar nicht für diese Art der "Waffen" bestimmt ist? Wie gesagt, Andreas und ich wohnen in der selben Stadt und bekommen unterschiedliche Auskünfte. Wenn das nicht Behördenirrsinn pur ist.

Scherzfragen am Rande, weil man ja nie weiß, was sich Behörden so offensichtlich denken:

Sind jetzt, mit dem Ausstellen des kleinen Waffenscheins, diese "Dekoschwerter", rechtlich zu PTB-Waffen geworden??

Andreas, wenn wir uns das nächste mal auf nem Markt treffen, zeige mir doch mal, wie du jetzt mit deinen ehemaligen "Dekoschwertern" Schreckschussmunition verschießt. Ach ja, und hast du jetzt auch brav nen Beschusstest deiner Schwerter, äh nee sind ja jetzt PTB-Waffen, machen lassen, damit du den PTB-Stempel auf die Dinger, was die jetzt auch immer sind (ich bin etwas verwirrt) bekommst? Du weißt ja, dieser PTB-Stempel ist Pflicht für PTB-Waffen.

Soviel zum Thema Umgang mit dem Waffenrecht in Deutschland. Mensch, gut das wir als Bürger da so eine Rechtssicherheit besitzen und sich alle Behörden einig sind. Ein Lob auf unsere Behörden. Was schrieb ich doch Anfangs? "Der Umgang mit dem deutschen Waffengesetz ist eine Geschichte voller Überraschungen. Denn sie wissen teilweise nicht was sie tun, sind aber davon überzeugt zu wissen was sie tun." Das habe ich jetzt, glaube ich, ansatzweise bewiesen, oder?

Ich weiß nicht was in Speyer wie geschehen ist. Ich war nicht dabei, kenne nur die Aussagen von Gisi auf der Homepage und die Schilderungen der Heerlager. Deswegen werde ich mir nicht anmaßen darüber zu urteilen, ob Gisi sich in Speyer, im Tonfall vergriffen hat oder nicht. Da ich nicht dabei war, kann ich mich auch nicht wirklich über den Eintrag auf der HP aufregen. Gisi schreibt ja Zitat […] wenn ich sehe, was die Heerlager da teilweise so auf mein Veranstaltungsgelände schleppen […] Gisi schreibt ja extra teilweise. Also werden ja schon mal nicht alle Lager kritisiert, nur die, bei denen Gisi einen Verstoß gegen die Gesetze sieht.

Wenn Gisbert jetzt die selben oder ähnliche Auskünfte zum Waffenrecht und dem Thema Waffen /Schaukampfschwerter auf Veranstaltungen hat wie ich, nämlich das es dort einen Unterschied gibt, verstehe ich, dass er sich darüber aufgeregt hat, wenn es in irgendwelchen Lagern oder bei Lagerteilnehmern auf dem Mark, scharfe und spitze Waffen gab. Nach seinem Kenntnisstand wäre das ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Da würde ich als Veranstalter auch sauer werden, weil ich nämlich von meinen Teilnehmern erwarte, dass sie die Gesetze einhalten. Da gäbe es auch von mir als Veranstalter sehr deutliche Ansagen an meine Teilnehmer sich zukünftig an die geltenden Gesetze zu halten und sich darüber gefälligst zu informieren. Und ich würde auch darauf bestehen, dass die Gesetze so ausgelegt werden, wie es mir von irgendwelchen Behörden, sicherlich schriftlich, mitgeteilt worden wäre. Das ist nämlich zur Zeit die einzige Möglichkeit, wie ich mich als Veranstalter, gegen andere Behördenauslegungen, schützen kann. Wenn dann irgendein Behördenfraggel meint ne andere Auffassung zu haben, kann ich mich jederzeit auf die mir gemachte Aussage berufen und sagen, dass meine Veranstaltung nach bestem Wissen und Gewissen den Rechtsvorschriften entspricht, so wie sie mir behördlicherseits mitgeteilt worden sind.

Es ist doch dann auch klar, dass es zu Meinungsverschiedenheit kommen muss, wenn sich ein Lager zum Beispiel auf die Brauchtumspflege beruft. Erst recht, wenn die Lager ähnliche Auskünfte wie Goschi bekommen haben, dass es auf Grund der Brauchtumspflege unproblematisch sei, auch scharfe Waffen zu führen und es keiner zusätzlichen Ausnahmegenehmigung bedürfe. Erst recht wenn dann auch noch die Auskunft lautet, dass es eben keinen Unterschied zwischen stumpfen und scharfen Waffen gäbe. So und dann steht man als Veranstalter plötzlich auf seiner eigenen Veranstaltung hat plötzlich die Ämter auf der Matte und hat unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen Heerlagern und der eigenen, was ja schon schlimm genug ist, gerade weil sich beide Parteien, auf Grund der ihnen gemachten Aussagen von Ämtern, im Recht fühlen müssen und dann eventuell auch noch ne andere Meinung der Ordnungsbüttel vor Ort. Stress pur!

Habt also bitte ein wenig Verständnis für Gisbert, auch wenn er sich eventuell in seinem Ton vergriffen hat. Aber die Situation in Speyer stelle ich mir alles andere als angenehm vor. Zieht es auch bitte einfach in Erwägung, dass er sich über die Leute, die sich seines eventuellen Kenntnisstandes nach, mit scharfen und spitzen Waffen klar und eventuell auch wissentlich, gegen das Waffengesetz verstoßen haben, sehr geärgert hat und diesem Ärger Luft gemacht hat.

Ich verstehe auch jedes Lagermitglied, dass sich, auf Grund der Infos seiner Behörden im Recht fühlte und sich daher von Gisi zu unrecht angepflaumt oder kritisiert fühlte. Ich bitte Euch nur, lasst es nicht zu, dass durch einen völlig chaotischen Umgang des Waffengesetzes, seitens der Behörden, ein Keil zwischen uns und Gisi getrieben wird. Das wäre ja das übelste was passieren könnte.

Ich danke Euch für Eure Aufmerksamkeit und ich hoffe ihr seit mir nicht böse, dass dieser Beitrag wirklich extrem lang geworden ist.

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-Die Gegenwart war die Zukunft der Vergangenheit-

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

01.09.2011 11:51
#1796 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

JA Eduard, das wohl sesentliche zwischen den uns erhaltenen Aussagen - und nicht nur das Landratsamt sondern auch auf einer Fachschule hat mir der Stallv. Ltr. der Polizeibehörde Chemnitz das auch so gesagt, sind stumpf gemachte Blankwaffen, keine Dekowaffen sondern dennoch Blankwaffen.
Ansonsten gebe ich Dir recht. Der Gesetzgeber ist wohl nicht in der Lage ein klar formuliertes Gesetz herauszugeben, das keinen Freiraum zur Deutung lässt, wie das schon bei Sondergenehmigungen losgeht, die man bereits in der Ausnehmegenehmigung hat.
Ich verfüge in meinem Lager über 3 scharfe Teile; eine mittelalterliche Langaxt, ein einfaches nach früherer Zeit hergestellten Sax und einem "gehobenen" Sax, ein gutes Beispiel für das handwerkliche Können. Auf diese Waffen werde ich nicht verzichten, die Langaxt ist nicht nach dem Waffengesetzt zuzuordnen, aber die beiden Saxe kann man schon als Kurzschwert bezeichnen, wenngleich sie auch Handerkszeug sind.

Jedenfalls baue ich ohne diese drei Dinge nicht auf und hoffe hierzu von Gisbert eine Genehmigung zu erhalten. Ich habe auch Vorstellungen über meinen Aufbau, genau wie Gisbert und trotz aller Toleranz gehört der Verzicht dieser 3 Dinge nicht dazu. Mir ist dabei gleich, wie wer das nun rüberbringt. Gisbert kann mir die Genehmigung auch schreiend übermitteln hauptsache ich bekomme sie als Grundlage weiteren Aufbauens auf seiner Veranstaltung. Ich berufe mich dabei auf die Ausnahmeregelung.


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Dannie Offline




Beiträge: 311

01.09.2011 16:14
#1797 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

Hallo Eduard,
ich sag´s doch Du kannst es besser ;o) Danke!
Ich habe Dortmund/Bochum betreffend, die gleichen Aussagen erhalten wie Du. Meine Nachfrage den kleinen Waffsch. betreffend ebenso.

Connor Offline




Beiträge: 88

01.09.2011 16:41
#1798 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

Vielleicht sollten wir es uns viel einfacher machen!
Wir lassen alle Waffen und waffenähnlichen Gegenstände zu Hause,
hoffen auf schön kleines Holz, und stellen nur noch Kuschelmittelalter dar!
Wenn man immer so laut rumtutet haben einen nachher nämlich alle auf dem Kieker,
also lassen wir auch die Rufhörner zu Hause!!!

Bleibt natürlich die Frage wo der Spaß am Hobby bleibt?
Natürlich auf der Strecke!

Loony Connor

ebenfalls Bruchenballmeister
MPS 2008
Gebt mir vorher was zu Trinken!
"Mundus vult decipi. Ergo decipiatur!"

Goschi Offline




Beiträge: 2.673

01.09.2011 22:48
#1799 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

Ich habe immer noch etwas, was meine Identität darstellt und die lasse ich mir nicht einfach nehmen.

Das was Eduard interprediert, das abgestumpfte Hieb- u. Stichwaffen keine mehr sind, war beim alten Waffengesetz so, jedoch nicht mehr beim neuen. Mir wurde da eindeutig gesagt, dass trotz abstumpfen es immer noch eine Hieb- und Stichwaffe ist und unter das Waffengesetz fällt. Das von unserem Landratsamt und der Polizeidirektion. Es gibt im Waffengesetz - wie schon geschrieben - keine Stelle die sagt, das abgestumpfte oder Schaukampfwaffen keine sind, Schaukampfwaffen werdnen in dieser Richtung gar nicht erwähnt.
Aber anscheinend interprediert das Waffengesetz jeder so wie er will. Von der Polizeidirektion Chemnitz meinte man das dies Absicht sei. Man versucht damit, sowenig wie möglich Ausnahmen zuzulassen und sich "unbequeme" Fälle vom Hals zu schaffen und erschwert damit gleichzeitig einen Genehmigungsweg. Es gint auch Dienstanweisungen hierzu die in die Richtung gehen, möglichst nichts zu genehmigen...
Wenn Ihr Brauchtumspflege macht, wozu braucht Ihr dann einen Waffenschein? Es reicht was Ihr Euch selbst für Ziele gebt. Wenn man als Verein sagt, wir stellen MA dar, ein Stück kulturelle Vergangenheit des Menschen und wir machen damit Brauchtumspflege, braucht Ihr keinen Antrag zu stellen, sondern das den Behörden als Feststellung nur zur Kenntnis zu geben. Dannie, ihr macht doch das Gleiche wie ich. Wenn man natürlich einen kleinen Waffenschein beantragt, bedeutet das, dass man sich gegenüber den Behörden nicht zur Brauchtumspflege bekennt, sonst wurde man ja keinen beantragen. Klar, dass sie den dann ablehnen können...


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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

01.09.2011 23:43
#1800 RE: Blankwaffen und Auflagen antworten

Als konkrete Begründung hier nun der Bezug zum Waffengesetz - betreffende Ausschnitte:

"§ 1 Gegenstand und Zweck des Gesetzes, Begriffsbestimmungen"

.... "(2) Waffen sind" ...

"2. tragbare Gegenstände,
a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;"

Anmerkung: Es wird hier nicht zwischen stumpfen oder scharfen unterschieden. Für diese Stelle wurde mir gesagt, dass auch von stumpfen eine potentielle Gefahr ausgeht.


"§ 10 Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb, Besitz, Führen und Schießen
(1) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Waffen wird durch eine Waffenbesitzkarte oder durch Eintragung in eine bereits vorhandene Waffenbesitzkarte erteilt. Für die Erteilung einer Erlaubnis für Schusswaffen sind Art, Anzahl und Kaliber der Schusswaffen anzugeben. Die Erlaubnis zum Erwerb einer Waffe gilt für die Dauer eines Jahres, die Erlaubnis zum Besitz wird in der Regel unbefristet erteilt.
(1a) Wer eine Waffe aufgrund einer Erlaubnis nach Absatz 1 Satz 1 erwirbt, hat binnen zwei Wochen der zuständigen Behörde unter Benennung von Name und Anschrift des Überlassenden den Erwerb schriftlich anzuzeigen und seine Waffenbesitzkarte zur Eintragung des Erwerbs vorzulegen.
(2) Eine Waffenbesitzkarte über Schusswaffen, die mehrere Personen besitzen, kann auf diese Personen ausgestellt werden. Eine Waffenbesitzkarte kann auch einem schießsportlichen Verein oder einer jagdlichen Vereinigung als juristischer Person erteilt werden. Sie ist mit der Auflage zu verbinden, dass der Verein der Behörde vor Inbesitznahme von Vereinswaffen unbeschadet des Vorliegens der Voraussetzung des § 4 Abs. 1 Nr. 5 eine verantwortliche Person zu benennen hat, für die die Voraussetzungen nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 nachgewiesen sind; diese benannte Person muss nicht vertretungsberechtigtes Organ des Vereins sein. Scheidet die benannte verantwortliche Person aus dem Verein aus oder liegen in ihrer Person nicht mehr alle Voraussetzungen nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 vor, so ist der Verein verpflichtet, dies unverzüglich der zuständigen Behörde mitzuteilen. Benennt der Verein nicht innerhalb von zwei Wochen eine neue verantwortliche Person, für die die Voraussetzungen nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 nachgewiesen werden, so ist die dem Verein erteilte Waffenbesitzerlaubnis zu widerrufen und die Waffenbesitzkarte zurückzugeben.
(3) Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz von Munition wird durch Eintragung in eine Waffenbesitzkarte für die darin eingetragenen Schusswaffen erteilt. In den übrigen Fällen wird die Erlaubnis durch einen Munitionserwerbsschein für eine bestimmte Munitionsart erteilt; sie ist für den Erwerb der Munition auf die Dauer von sechs Jahren zu befristen und gilt für den Besitz der Munition unbefristet. Die Erlaubnis zum nicht gewerblichen Laden von Munition im Sinne des Sprengstoffgesetzes gilt auch als Erlaubnis zum Erwerb und Besitz dieser Munition. Nach Ablauf der Gültigkeit des Erlaubnisdokuments gilt die Erlaubnis für den Besitz dieser Munition für die Dauer von sechs Monaten fort.
(4) Die Erlaubnis zum Führen einer Waffe wird durch einen Waffenschein erteilt. Eine Erlaubnis nach Satz 1 zum Führen von Schusswaffen wird für bestimmte Schusswaffen auf höchstens drei Jahre erteilt; die Geltungsdauer kann zweimal um höchstens je drei Jahre verlängert werden, sie ist kürzer zu bemessen, wenn nur ein vorübergehendes Bedürfnis nachgewiesen wird. Der Geltungsbereich des Waffenscheins ist auf bestimmte Anlässe oder Gebiete zu beschränken, wenn ein darüber hinausgehendes Bedürfnis nicht nachgewiesen wird. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Erlaubnis zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen sind in der Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 3 Nr. 2 und 2.1 genannt (Kleiner Waffenschein).
(5) Die Erlaubnis zum Schießen mit einer Schusswaffe wird durch einen Erlaubnisschein erteilt."

Anmerkung:
Wie man an vorhergehenden text erkennen kann sind oben keine Hieb- und Stichwaffen enthalten. Deshalb gibt es nach diesem Punkt auch keine Erlaubnis für diese Waffengattung sondern gilt nur für die oben anmgeführten Waffengruppen!


"§ 12 Ausnahmen von den Erlaubnispflichten" ... bla, bla,. bla...
Dieser Punkt beinhaltet ebenfalls keine Hieb- und Stichwaffen und ist auf diese deshalb nicht anwendbar!
Auch nachfolgender Punkt "Brauchtumspflege trifft wieder nicht auf uns zu, weil darin nicht unsere Waffengattung aufgeführt ist:


"Besondere Erlaubnistatbestände für bestimmte Personengruppen"

"§ 16 Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition durch Brauchtumsschützen, Führen von Waffen und Schießen zur Brauchtumspflege
(1) Ein Bedürfnis für den Erwerb und Besitz von Einzellader-Langwaffen und bis zu drei Repetier-Langwaffen sowie der dafür bestimmten Munition wird bei Mitgliedern einer zur Brauchtumspflege Waffen tragenden Vereinigung (Brauchtumsschützen) anerkannt, wenn sie durch eine Bescheinigung der Brauchtumsschützenvereinigung glaubhaft machen, dass sie diese Waffen zur Pflege des Brauchtums benötigen.
(2) Für Veranstaltungen, bei denen es Brauch ist, aus besonderem Anlass Waffen zu tragen, kann für die Dauer von fünf Jahren die Ausnahmebewilligung zum Führen von in Absatz 1 Satz 1 genannten Schusswaffen sowie von sonstigen zur Brauchtumspflege benötigten Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 einem verantwortlichen Leiter der Brauchtumsschützenvereinigung unter den Voraussetzungen des § 42 Abs. 2 erteilt werden, wenn gewährleistet ist, dass die erforderliche Sorgfalt beachtet wird.
(3) Die Erlaubnis zum Schießen mit den in Absatz 1 Satz 1 genannten Schusswaffen außerhalb von Schießstätten mit Kartuschenmunition bei Veranstaltungen nach Absatz 2 kann für die Dauer von fünf Jahren einem verantwortlichen Leiter der Brauchtumsschützenvereinigung erteilt werden. Sie ist zu versagen, wenn

1. in dessen Person eine Voraussetzung nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 nicht vorliegt,
2. die Beachtung der erforderlichen Sorgfalt nicht gewährleistet ist,
3. Gefahren oder erhebliche Nachteile für Einzelne oder die Allgemeinheit zu befürchten sind und nicht durch Auflagen verhindert werden können oder
4. kein Haftpflichtversicherungsschutz gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 5 nachgewiesen ist.

Die Erlaubnis nach Satz 1 kann mit der Ausnahmebewilligung nach Absatz 2 verbunden werden.
(4) Brauchtumsschützen dürfen in den Fällen der Absätze 2 und 3 oder bei Vorliegen einer Ausnahmebewilligung nach § 42 Abs. 2 die Schusswaffen ohne Erlaubnis führen und damit schießen. Sie dürfen die zur Pflege des Brauchtums benötigten Schusswaffen auch im Zusammenhang mit Veranstaltungen, bei denen es Brauch ist, aus besonderem Anlass Waffen zu tragen, für die eine Erlaubnis nach Absatz 2 oder nach § 42 Abs. 2 erteilt wurde, ohne Erlaubnis führen."


Nun endlich der Punkt der für uns zutrifft (Die sogenannte Brauchtumspflege wird im Gesetz eigentlich für uns nicht direkt so bezeichnet Es handelt sich um den Passus Theateraufführungen und gleich:

§ 42 Verbot des Führens von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen
(1) Wer an öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, darf keine Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 führen.
(2) Die zuständige Behörde kann allgemein oder für den Einzelfall Ausnahmen von Absatz 1 zulassen, wenn

1. der Antragsteller die erforderliche Zuverlässigkeit (§ 5) und persönliche Eignung (§ 6) besitzt,
2. der Antragsteller nachgewiesen hat, dass er auf Waffen bei der öffentlichen Veranstaltung nicht verzichten kann, und
3. eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung nicht zu besorgen ist.

(3) Unbeschadet des § 38 muss der nach Absatz 2 Berechtigte auch den Ausnahmebescheid mit sich führen und auf Verlangen zur Prüfung aushändigen.
(4) Die Absätze 1 bis 3 sind nicht anzuwenden

1. auf die Mitwirkenden an Theateraufführungen und diesen gleich zu achtenden Vorführungen, wenn zu diesem Zweck ungeladene oder mit Kartuschenmunition geladene Schusswaffen oder Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 geführt werden,
2. auf das Schießen in Schießstätten (§ 27),
3. soweit eine Schießerlaubnis nach § 10 Abs. 5 vorliegt,
4. auf das gewerbliche Ausstellen der in Absatz 1 genannten Waffen auf Messen und Ausstellungen.

(5) Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung vorzusehen, dass das Führen von Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 auf bestimmten öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen allgemein oder im Einzelfall verboten oder beschränkt werden kann, soweit an dem jeweiligen Ort wiederholt


1. Straftaten unter Einsatz von Waffen oder
2. Raubdelikte, Körperverletzungsdelikte, Bedrohungen, Nötigungen, Sexualdelikte, Freiheitsberaubungen oder Straftaten gegen das Leben

begangen worden sind und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass auch künftig mit der Begehung solcher Straftaten zu rechnen ist. In der Rechtsverordnung nach Satz 1 soll bestimmt werden, dass die zuständige Behörde allgemein oder für den Einzelfall Ausnahmen insbesondere für Inhaber waffenrechtlicher Erlaubnisse, Anwohner und Gewerbetreibende zulassen kann, soweit eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit nicht zu besorgen ist. Im Falle des Satzes 2 gilt Absatz 3 entsprechend. Die Landesregierungen können ihre Befugnis nach Satz 1 in Verbindung mit Satz 2 durch Rechtsverordnung auf die zuständige oberste Landesbehörde übertragen; diese kann die Befugnis durch Rechtsverordnung weiter übertragen.


Im Gesetz ist außerdem enthalten, dass man hierzu 18 Jahre alt sein muss.


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