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Dieses Thema hat 35 Antworten
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 Fragen und Antworten von Teilnehmern und Besuchern
Seiten 1 | 2
Ines Offline




Beiträge: 377

03.04.2008 17:57
Zinnkrug antworten

Ich habe einen sehr schönen Zinnkrug und dazu passenden Becher gefunden und würde den gern nutzen,aber so kann ich ja nicht daraus trinken,denn der Geschmack ist nicht so besonders und ich glaub so besonders gesund ist das auch nicht.Kann ich das Ding irgendwie von innen lasieren oder so?Und wenn ja,womit und wo bekomme ich das?Hab zwar auch Tonkrug und Tonbecher,aber Zinn finde ich irgendwie schöner,...

Wenn ich mich im Finstern verberge,kann ich auch Dunkles tun;im Licht aber werde ich gesehen und zieh´statt Belohnung mir Strafe zu,wenn ich es tue

Goschi Offline




Beiträge: 2.673

03.04.2008 19:45
#2 RE: Zinnkrug antworten

Zinn ist meist als Legierung mit Blei und Spuren von anderen Metallen verarbeitet worden. Normalerweise findest Du bei Krügen aus reinen Zinn irgendwo einen Stempel, der das ausweist. Dann könntest Du ohne Bedenken daraus trinken.
Fehlt der Stempel, musst Du davon ausgehen, der es sich um eine Legierung handelt. Bei den Römern konnte man ja noch in den Knochen Blei nachweisen.
Ich würde an Deiner Stelle dann nicht daraus trinken, wenn Du keine Bleivergiftung riskieren willst. Gerade säurehaltige Getränke wie Fruchtsäfte oder Wein, aber auch Cola nehmen das Blei aus dem Becher auf. Von Deiner Gesundheit abgesehen, würde auch der becher darunter leiden und der Spruch halbes Leid ist geteiltes Leid, wirkt hier nicht
Ein Lebensmittellack wäre zwar möglich, ist aber nicht sicher.


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Tradition ist nicht die Aufbewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers

Dannie Offline




Beiträge: 311

03.04.2008 22:53
#3 RE: Zinnkrug antworten

Also wenn Du einen "komischen Geschmack" festgestellt hast, dürfte es sich um "reine Deko" handeln. Ich habe mehrere Becher und auch eine Kanne und konnte bei keinem Getränk einen Beigeschmack feststellen.
Wie Goschi schon sagte, sollte man nur Reinzinn verwenden.

Goschi Offline




Beiträge: 2.673

04.04.2008 11:44
#4 RE: Zinnkrug antworten

Habe es selbst noch nicht probiert, aber gehört, das aus reinen Zinnkrügen/-bechern Wein, selbst billiger, besser schmecken soll als aus Gläsern.


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Totte Offline




Beiträge: 156

05.04.2008 10:49
#5 RE: Zinnkrug antworten

" Schlagt mich" aber selbst der Kaffee schmeckt besser aus einem Zinnbecher.
Freu mich auf Euchg alle in GE.
LG
Thorstein

http://www.holtener-rotte.de

Toghan Offline




Beiträge: 385

05.04.2008 22:12
#6 RE: Zinnkrug antworten

Zitat von Goschi
Zinn ist meist als Legierung mit Blei und Spuren von anderen Metallen verarbeitet worden. Normalerweise findest Du bei Krügen aus reinen Zinn irgendwo einen Stempel, der das ausweist. Dann könntest Du ohne Bedenken daraus trinken.


Ab wann spricht man von Reinzinn? Bei ebay hab ich bisher nur Krüge mit maximal 95% Zinn gefunden.

* * *

Goschi Offline




Beiträge: 2.673

05.04.2008 22:35
#7 RE: Zinnkrug antworten

Der Stempel reines Zinn bedeutet meines wissens nicht das 100 pro Zinn drin ist, sondern dass ohne Blei gearbeitet wurde und es damit lebensmittelecht ist. Ich bin mir zwar nicht sicher , aber nehme an, dass man mit Zinn früher schon die Legierung bezeichnete und nicht reines Zinn, weil das wenig Sinn macht. Je nach Land wurden unterschiedliche Legierungen gemacht, reines Zinn ist zu wenig stabil. Als Härtemittel werden Kupfer u. Antimon zugemischt. Normalerweile wird Zinn immer gegossen, weil es durch pressen und treiben wieder weich wird. Ich denke deshalb, dass auch der gestempelte Zinn immer eine Legierung, aber ohne schädliche Beimengungen ist, sonst könnte man den Becher zerdrücken.


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Eduard Offline




Beiträge: 509

06.04.2008 04:24
#8 RE: Zinnkrug antworten
Die Sache mit dem Stempel ist etwas mit vorsichtig zu geniesen. Gerade in den 70. und 80. Jahren, zur Zeit der Zinn-Deko-Wut, sind sehr viele, billige, Nachgüsse auf den Markt gekommen. Dabei wurde der Stempel direkt mit abgebildet und dann mitgegossen. Wenn ihr also auf dem Flohmarkt oder so, Zinnbecher kauft, schaut euch den Stempel sehr genau an, ob es ein eingeschlagener Stempel ist, oder er im Guss mit gemacht wurde (wenn man es dann noch erkennen kann). Das alte Engelszeichen gilt übrigens nicht mehr! Ist sozusagen ausgemustert worden. Bei neuere Ware mit diesem Zeichen sollte man also skeptisch sein. Habe das neue Handwerkersiegel mal mithochgeladen. Als zweites Zeichen gibt es noch das Gütezeichen. Beide garantieren Bleifreiheit und Lebensmittelechte (DIN 17810). Zinn nach dieser DIN Norm wird dann als Reinzinn bezeichnet.

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-Die Gegenwart war die Zukunft der Vergangenheit-

http://ritterschaft-von-sollich.jimdo.com/

Angefügte Bilder:
handwerkssiegel.JPG   zinnkrone.jpg  
Ines Offline




Beiträge: 377

06.04.2008 19:34
#9 RE: Zinnkrug antworten

Danke für die vielen Antworten.ich hab mich noch nicht getraut daraus zu trinken.Das mit dem Beigeschmack war eine Vermutung.Die Sachen hab ich aus dem Keller meiner Eltern,wo sie schon sehr lange lagen,bestimmt schon seit den 70er-80er Jahren.Auf dem Krug steht Rein Zinn und der Engel sitzt dazwischen.Auf dem Becher steht 95%Zinn.Das hieße ja rein theoretisch,ich könnte davon trinken,...

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Gast
Beiträge:

10.12.2010 16:18
#10 RE: Zinnkrug antworten

Wäre nett gewesen dann auch darauf hinzuweisen woher das rote Handwerkssiegel stammt. Die Quelle ist da wichtig. Man kann sich dort auch wirklich ausgiebig informieren, wenn man fragt. Und es stimmt leider nicht alles was bereits hier im Forum steht...
Beim nächsten mal, wenn es etwas "zinnvoller" werden soll.... fragt beim Fachmann nach... der hilft gerne ....DANKE

Stephan Dörr
Bundesverbandspräsident des Deutschen Zinngiesserhandwerks e.V.

Toghan Offline




Beiträge: 385

10.12.2010 18:46
#11 RE: Zinnkrug antworten

Schade das ein Fachmann hier liest und schreibt, feststellt das anscheinend Informationen nicht richtig sind sich aber nicht befleißigt füht das ganze zu berichtigen

* * *

Gast
Beiträge:

10.12.2010 19:00
#12 RE: Zinnkrug antworten

Ich werde noch darauf antworten, möchte mich diesbezüglich noch ordentlich hier anmelden.

Mit zinnvollen Grüßen
Stephan Dörr

Toghan Offline




Beiträge: 385

10.12.2010 19:22
#13 RE: Zinnkrug antworten

Zitat von
Ich werde noch darauf antworten, möchte mich diesbezüglich noch ordentlich hier anmelden.


Das finde ich Prima und sag schonmal herzlich willkommen hier im Forum.

* * *

Dannie Offline




Beiträge: 311

10.12.2010 22:06
#14 RE: Zinnkrug antworten

Ahhh, meine "Zinnbibel" meldet sich zu Wort

Ich möchte Stephan ja nicht vorgreifen, aber wer möchte kann ja mal hier nachsehen: http://www.zinnmeister.de/

(Hab ich hier aber glaube ich schon verlinkt?)

Zinnmeister Offline



Beiträge: 9

11.12.2010 10:37
#15 RE: Zinnkrug antworten

Hallo Dannie, Danke für die Blumen...

Zitat von Goschi
Zinn ist meist als Legierung mit Blei und Spuren von anderen Metallen verarbeitet worden. Normalerweise findest Du bei Krügen aus reinen Zinn irgendwo einen Stempel, der das ausweist. Dann könntest Du ohne Bedenken daraus trinken.
Fehlt der Stempel, musst Du davon ausgehen, der es sich um eine Legierung handelt.



Blei hat im Zinn als Zinngerät das mit Lebensmitteln in Berührung kommt nichts verloren (Neuzeit bzw. Jetztzeit). Seit 1887 wurde die "Legierung offiziell umgestellt" und Kupfer und Antimon als Legierungsbestandteil zulegiert. Es wurde teilweise schon früher mit Kupfer und oder Antimon legiert, würde aber den Rahmen sprengen und ist nicht so wichtig um an "was" zu erkennen ob es lebensmittel tauglich ist.
Goschi hat in der Hinsicht recht... "verarbeitet worden"... also früher.

Der Stempel besagt leider gar nichts mehr aus über die Qualität oder Legierungsbestandteile. Fehlt ein Stempel wurde er entweder vergessen zu schlagen oder absichtlich vergessen, damit man nicht nachvollziehen kann wer das Teil hergestellt hat (ist allerdings höchst selten das ein Stempel fehlt). Hat mit den Legierungsbestandteilen wieder nichts zu tun und gibt darüber keine Auskunft.


Später mehr...ich muß los...
Zinnvolle Grüße
Stephan

Zinnmeister Offline



Beiträge: 9

11.12.2010 13:25
#16 RE: Zinnkrug antworten

Zitat von Goschi
Der Stempel reines Zinn bedeutet meines wissens nicht das 100 pro Zinn drin ist, sondern dass ohne Blei gearbeitet wurde und es damit lebensmittelecht ist. Ich bin mir zwar nicht sicher , aber nehme an, dass man mit Zinn früher schon die Legierung bezeichnete und nicht reines Zinn, weil das wenig Sinn macht. Je nach Land wurden unterschiedliche Legierungen gemacht, reines Zinn ist zu wenig stabil. Als Härtemittel werden Kupfer u. Antimon zugemischt. Normalerweile wird Zinn immer gegossen, weil es durch pressen und treiben wieder weich wird. Ich denke deshalb, dass auch der gestempelte Zinn immer eine Legierung, aber ohne schädliche Beimengungen ist, sonst könnte man den Becher zerdrücken.



In lebensmittelechtem Zinn nach DIN 17810, RAL RG 683, ist das "Trägermaterial" Zinn von mindestens 99,95% bis 99,99 % Zinn Reinheit. Wenn einer was sehen oder entdecken sollte wo 100 % Zinn gestempelt oder gekennzeichent ist, ist das schon mal gelogen und gehört zur Anzeige gebracht da es Irreführung des Kunden ist. Es gibt kein 100% reines Metall oder irgendwas auf der Welt. Es sind immer natürliche Verunreinigungen dabei, selbst bei Gold, Silber, Platin, ach was weiß der Geier alles. Selbst galvanisch kann kein 100% reines X-Metall getrennt werden. Die Verunreinigungen belaufen sich dann auf max. 0,05%. Und bei 0,01% bleibt nicht mehr viel übrig für restliche natürliche Verunreinigungen.

Pefekt richtig ausgedrückt von Goschi: "Je nach Land wurden unterschiedliche Legierungen gemacht,", der restliche Satz stimmt leider nicht "reines Zinn ist zu wenig stabil".

Es wurden früher wie auch heute noch unterschiedliche Vorgaben zu Grunde gelegt. Das werde ich in absehbarer Zeit auf meiner Internetpräsentation tiefgreifender erläutern... wäre hier zu Aufwändig.

Reines Zinn ist ausreichend stabil wird aber deswegen legiert, damit der Gießvorgang und die weitere Verarbeitung erleichtert und die "Zinnpest" ausgeschlossen werden kann.
Legierungsbestandteile sind nur Kupfer und Antimon. Bei Stempeln mit 95% Zinn, ist der Rest entweder jeweils zur Hälfte Kupfer und Antimon oder 3% Kupfer und 2% Antimon oder umgekehrt. Das machen unsere Bundesverbandsmitglieder nach eigener Überzeugung. Es gibt auch Kollegen bei uns die 97% Zinn verwenden und der Rest dann Kupfer und Antimon ist. Das bleibt jedem unserer Mitglieder selbst überlassen. Es ist deswegen weder schlechter noch besser.



Zitat von Eduard
Die Sache mit dem Stempel ist etwas mit vorsichtig zu geniesen. Gerade in den 70. und 80. Jahren, zur Zeit der Zinn-Deko-Wut, sind sehr viele, billige, Nachgüsse auf den Markt gekommen. Dabei wurde der Stempel direkt mit abgebildet und dann mitgegossen. Wenn ihr also auf dem Flohmarkt oder so, Zinnbecher kauft, schaut euch den Stempel sehr genau an, ob es ein eingeschlagener Stempel ist, oder er im Guss mit gemacht wurde (wenn man es dann noch erkennen kann). Das alte Engelszeichen gilt übrigens nicht mehr! Ist sozusagen ausgemustert worden. Bei neuere Ware mit diesem Zeichen sollte man also skeptisch sein. Habe das neue Handwerkersiegel mal mithochgeladen. Als zweites Zeichen gibt es noch das Gütezeichen. Beide garantieren Bleifreiheit und Lebensmittelechte (DIN 17810). Zinn nach dieser DIN Norm wird dann als Reinzinn bezeichnet.



Perfekt bis auf den Anfang: Ob der Stempel geschlagen oder Mitgegossen ist, gibt keinen Nachweis über Qualität oder Reinheit wider. Ich selbst habe einen Schlagstempel, einen Druckstempel und gieße meinen Stempel teilweise mit.
Schlagstempel verwende ich für Teile aus dem Barock, wo ich an geeigneter freier Stelle meinen Stempel mit einem Hammer einschlage.
Druckstempel verwende ich bei Krügen um am Boden den Stempel mit einer Kniehebelpresse einzudrücken.
Mitgegossen sind teilweise meine Stempel bei Bechern oder Tellern... je nach Lust und Laune... und so verhält es sich auch mit meinen Kollegen.

Das Handwerkssiegel dürfen nur unsere Verbandsmitglieder auf die Zinnwaren kleben. Das neue Handwerkssiegel vom Bundesverband sieht fast genauso aus nur mit dem Spruch außen rum "Bundesverband des Deutschen Zinngießerhandwerks e.V. Gütelsiegel"
Die abgebildete Kanne und Erkennbarkeit ist die Gleiche.

Als gutes und lebensmittelechtes Zinn sind die beiden roten Handwerkssiegel maßgebend. Darauf kann man sich verlassen das man es bedenkenlos verwenden kann. Alle anderen Stempel...schickt mir gerne Fotos von dem Stempel und dem ganzen Teil und ich kann Euch sagen wie und was und überhaupt...

Mit zinnvollen Grüßen
Stephan

Eduard Offline




Beiträge: 509

11.12.2010 22:23
#17 RE: Zinnkrug antworten

Zitat von Zinnmeister
Mitgegossen sind teilweise meine Stempel bei Bechern oder Tellern... je nach Lust und Laune... und so verhält es sich auch mit meinen Kollegen.

Das ist interessant. Den Rat, die Finger von Bechern, Krügen und Tellern mit eingegossenen Stempeln zu lassen, habe ich von jemandem erhalten, der Zinngießer ist. Der sagte mir ganz klar, dass, wenn ich etwas fände, das nach einem eingegossene Stempel aussieht, solle ich besser die Finger davon lassen, wenn ich es für den Lebensmittelgebrauch benutzen wolle. Die Gefahr, dass ich da auf nen gesundheitsschädlichen Billignachguss reinfallen könnte sei echt hoch. Nun schreibst du, dass ihr, in eurem Verband selber auch gegossene Stempel benutzt. Ja was denn nun? Voran soll ich denn nun erkennen, ob es ein Billignachguss mit gegossenem Stempel ist, oder ein gegossener Stempel einer Qualitätsware ist. Ganz ehrlich, auf irgendwelche zusätzlichen Klebesiegel möchte ich mich da noch weniger verlassen.

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Zinnmeister Offline



Beiträge: 9

12.12.2010 12:49
#18 RE: Zinnkrug antworten

Wie heißt denn der vermeintliche "Zinngießer"? Oder wo ist der ansässig?
Das Handwerkssiegel ist kein "irgendwelches Klebesiegel".

War das ein gelernter Zinngiesser oder Hobbiist?
Ich geb Dir gerne noch zwei ganz einfache Methoden an die Hand um einfachst feststellen zu können ob man Zinn das zur Auswahl steht verwenden zu können.

Goschi Offline




Beiträge: 2.673

13.12.2010 08:18
#19 RE: Zinnkrug antworten

Ich hatte ja weiter unten auch schon erwähnt, dass man reine Zinnbecher mit der Hand zerdrücken könne. Leider wird sehr viel unterschiedliches dazu geschrieben. Meine Infos hatte ich auch von Fachleuten, ist aber schon ne Weile her. Ich vertraue meine Gesundheit lieber keinen Zinnbecher an.
Zuhoch ist mir das Gewinnstreben und die Falschinformation, die ja heutzutage überall in der Werbung selbstverständlich ist.
Noch nirgends habe ich auf einen Artikel vom Hersteller gelesen "nicht empfehlenswert zu Benutzung".
Heutzutage hat wohl Jeder "normales Geschirr zu hause. Meines Erachtens gehört Zinn als Schmuckelement irgend wo hin und ist als Gebrauchsgegenstand viel zu unpraktisch. Von meiner Mutter habe ich auch Leigaben erhalten und so ziert das Geschirr mit meinem eigenen Stücken ein Glasfach.
Aber daraus trinken - muss nicht sein. Warum auch wenn es heutzutage viel praktischere Gläser oder Becher gibt.


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Eduard Offline




Beiträge: 509

13.12.2010 14:30
#20 RE: Zinnkrug antworten

Zitat von Zinnmeister
Wie heißt denn der vermeintliche "Zinngießer"? Oder wo ist der ansässig?
Das Handwerkssiegel ist kein "irgendwelches Klebesiegel".
War das ein gelernter Zinngiesser oder Hobbiist?

Ich habe nochmal alles abgesucht, in der Hoffnung die Visitenkarte des Zinngiessers zu finden, von dem ich diese Infos hatte. Leider habe ich diese, wohl im Zuge meiner Entscheidung doch keine Zinngeschirr in meiner Darstellung zu benutzen, entsorgt. Und da meine Namensgedächtnis zu den eher schwächer ausgeprägten Fähigkeiten zählt kann ich mich an den Namen nun auch nichtmehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass der Herr aus dem hessischen Raum stammte. Und ja, er war gelernter Zinngiesser.

Natürlich ist das echte Handwerkssiegel nicht irgendein x-beliebiges Klebesiegel. Da habe ich mich evtl. etwas unklar ausgedrückt. Was ich meinte, war, dass ich im Zuge der allgemeinen Plagiat-Flut, egal in welchen Bereichen, aufgeklebten Handwerkssiegeln, Gütesiegeln. Qualitätssiegeln etc., ohne weiter erkennbare Merkmale der Echtheit auf Gegenständen, alleine nichtmehr blind vertraue. Ich weiß natürlich nicht, wie es in eurem Handwerk ist, aber ich weiß es aus anderen Bereichen, dass dort viele Mitglieder darüber klagen, dass im Zuge von Fälschungen auch gleich Handwerkssiegeln, Gütesiegeln. Qualitätssiegeln etc. mitgefälscht werden und von Laien leider oftmals nicht als Fälschungen erkannt werden können. Ich wollte mich mit meiner Äußerung sicherlich nicht abwertend über das echte Handwerkssiegel äußern. Sollte das so angekommen sein, entschuldige ich mich dafür.

Zitat von Zinnmeister
Wie aus den verschiedensten Löchern doch immer wieder "Fachleute" hervorkriechen und über Handwerke oder dergleichen ja sooooo ne Anhnung haben...ist schon beachtlich...

Das ist wohl ein Phänomen, unter der fast jede Branche zu leiden hat. Kenne ich in meinem ursprünglichen Berufsfeld auch. Wer nicht alles von Sicherheit und Sicherheitstechnik Ahnung hatte, hat mich damals auch immer wieder erstaunt. Und als Fachmann steht man dann dem Kunden gegenüber und versucht verzweifelt diesen dann davon zu überzeugen, dass das was ihm, von irgendwelchen selbsternannten Fachleuten, erzählt wurde leider, bestenfalls, nur ein Halbwissen ist.

Schwierig wird es nur dann, wenn man wirklich von unterschiedlichen Fachleuten unterschiedliche, sich teilweise widersprechende Informationen erhält. Hätte ich mich z.B. vor einigen Jahren auf die Auskunft eines Fachmanns der KFZ-Branche verlassen und ein gewisses, seinen Aussagen nach, für meinen damaligen Wettbewerbs-Geländewagen, durchaus tauglichens Teils eingebaut, wäre ich eventuell an nem schwereren Unfall im nächsten Rennen, nicht vorbei gekommen. Ein anderer Fachmann der selben Branche warnte mich vor dem Einbau des Teiles. Ich habe mich dann, eher aus einem Bauchgefühl heraus, dazu entschieden dem warnenden Fachmann zu vertrauen. Zwei Fachleute, beide daher eigentlich durchaus kompetent, zwei unterschiedliche, ja sich absolut widersprechende, Informationen. Der Ratsuchende bleibt dann leider oft ratlos zurück.

Und so ist das wohl auch hier mit dem Thema Zinngeschirr. Sowohl offensichtlich Goschi, als auch ich, haben von Fachleuten Infos erhalten, die nach deinen Aussagen, einem anderen Fachmann, teilweise falsch sind. Das da ein gewisses Maß an Verunsicherung auftritt, ist, glaube ich, einfach verständlich. Zumal man sich ja dann auch immer fragt, wie kann es dazu kommen, dass es zu solch widersprüchlichen Infos von Fachleuten überhaupt kommen kann. Und es ist nunmal einfach so, gerade wenn es um Dinge geht, die auch die Gesundheit betreffen, dass dann immer der kleine Zwerg im Hinterkopf sitzt und mit dem Hämmerchen zuschlägt und einem einflüstert „Vorsicht! Wer hat denn nun Recht?“

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