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Dieses Thema hat 21 Antworten
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 Fragen und Antworten von Teilnehmern und Besuchern
Seiten 1 | 2
Théoden Offline




Beiträge: 42

24.01.2011 19:54
#1 Frage zur Erstausstattung antworten

Lieben Dank für das herzliche Willkommen hier.

Und gleich habe ich eine Frage: Gibt es hier irgendwo so etwas wie einen Thread in dem "gesammeltes Wissen und Info" zu finden ist, für Neulinge die das erste mal auf einem MPS lagern? Beim querlesen bin ich auf einige Dinge gestoßen, aber ein Thema in dem das Wichtigste steht wäre natürlich klasse.
Wie gesagt, wir sind Neulinge was das lagern angeht und ich habe keine Scheu Hilfe und Ratschläge anzunehmen, ich denke irgendwann hat jeder mal angefangen.
Wir haben eine solide Grundausrüstung (Zelte, Lager- und Kochgeschirr, Tisch, Bänke, Truhen, Schlafstellen, Felle für den Boden und das Bett, Plastikbehältnisse für Essen und Klamotten, Werkzeug und allerlei anderer Kram...), aber uns fehlt eben noch die Praxis und da wäre es nett, wenn man auf das ein oder andere im Vorfeld hingewiesen wird.

Sollte ein solches Thema existieren, möge man mir mein Blindheit verzeihen und mich hinschubsen...

Thanc.

Cheers

Théo

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Dannie Offline




Beiträge: 311

24.01.2011 23:20
#2 RE: Frage zur Erstausstattung antworten

Hallo Théoden!
Ich weiß ja nicht ob Du schon "hierrüber" gestolpert bist, aber sonst wüßte ich auch keine anderen Threads
Für Einsteiger - mit was fängt man an?

Théoden Offline




Beiträge: 42

26.01.2011 18:31
#3 RE: Frage zur Erstausstattung antworten

Hi Dannie!

Ja, über das Thema bin ich schon gestolpert (und einiges ist tatsächlich hilfreich was dort steht, z.B. das mit der Kettensäge...), trotzdem Danke für deine Hilfe.
Mir geht's eher darum, was man beachten sollte, bzw. was man auf keinen Fall vergessen darf (vielleicht sowas wie Autan oder Anti-Mückenkerzen), vielleicht einige Tipps und Tricks.
Nun gut, hier wird das wohl ein bißchen OT, ich werd mal weiterstöbern und ggf. meinen Senf irgendwo dazugeben.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

27.01.2011 08:24
#4 RE: Frage zur Erstausstattung antworten

Für Hartgesottene gelten die "normalen" Beschreibungen zum Inventar, was man halt in einem Mittelkalterlager benötigt.
Alles weitere, ist halt so wie beim Campen, da ist alles erlaubt, solange es nicht sichtbar ist. Das ist auch stark abhängig von der spezifischen Ausrüstung des Einzelnen und seiner Gesundheit. Da muss sich halt jeder selbst Gedanken machen, ob er nun Rheumasalbe wegen sein Rheuma braucht, oder für Mücken oder Zecken Mittel ausgeben will. Da gilt halt das, was für die Gesundheit auf jedem Campinkplatz notwendig ist.

Auch für andere wichtige Dinge sollte man noch mal eine "Gegenwartslösung" haben. Bei uns hat sich z. B. so ein flacher Gaskocher für Trackerfahrer bewährt. Denn immer hat man kein offenes Feuer und es ist auch oft einfacher, außerhalb der Öffnungszeiten - also ohne Puplikumsverkehr schnell mal was warmes zu kochen.
Eine Kettensäge ist zwar hilfreich aber nicht unbedingt notwendig. Ich habe auch einen Sägeschein, würde aber in der Öffentlichkeit nicht ohne die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung sägen wollen, um niemanden in Schwierigkeiten zu bringen. Eine scharfe Axt ist besser.

Grundsätzlich kann man alles verwenden und sogar seine Küche mitnehmen, wenn sie für die Besucher während der Öffnungszeiten nicht sichtbar sind.

Bei einer Mittelalterdarstellung -selbst auf authentischen Darstellungen, die kein Versuchprojekt ist, gilt eigentlich immer die sichtbare Darstellung und Lebensweise darzustellen. Darstellen bedeutet eine Rolle spielen und nicht so leben.


3 Dinge kommen nie zurück: Der abgeschossene Pfeil; Das gesprochene Wort; Die verpasste Gelegenheit.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers

Théoden Offline




Beiträge: 42

13.02.2011 08:41
#5 RE: Frage zur Erstausstattung antworten

Hi Goschi,

das mit dem Kocher ist eine gute Idee, hab ich gleich mal notiert, Alucampinggeschirr haben wir tatsächlich sogar noch irgendwo passend dazu.
Na wir werden mal sehen, sobald das Wetter ein wenig besser ist, geht's wohl erstmal für ein WE ins "Trainingslager", denke da werden sich schon einige Dinge zeigen, was wir noch brauchen könnten oder was überflüssig ist.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

14.02.2011 07:33
#6 RE: Frage zur Erstausstattung antworten

Ich habe die Beiträge nun in diesem eigenen Thema verschoben.
Ein Trainingslager ist dazu bestimmt nicht notwendig. Nach den ersten MA-Veranstaltungen wird man meist Ausrüstung komplettieren und vielleicht sogar Zelt und Vordach anpassen, die Absperrung ändern usw.. Bei uns hat dieser Vorgang nie aufgehört, wir hatten vielleicht 5 verschiedene Vordächer, haben die Absperrung geändert und auch die Zelte. Die Unterbringung bleibt nicht die Gleiche, von der Schlafstelle angefangen bis zum Utensilienzelt. Es liegt sicher bei jedem einzelnen, wieviel Zeit er inverstieren will und wie zufrieden er mit seiner Ausstattung ist.


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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

15.02.2011 16:26
#7 Vor der Erstausstattung antworten

Bevor man überhaupt mit der Ausstattung beginnt, sollte man sich erst mal fragen was und vor allem wie man es darstellen will.

Ist man sich überhaupt über seine Darstellung sicher? Die Meisten stellen, nachdem sie ein paar mal aufgebaut haben, fest, dass sie lieber einen andere Darstellung hätten. Damit ist manches angeschaffte sinnlos und muss neu für die neue Darstellung entsprechend angeschafft werden.
Wie will man darstellen? Reicht eine oberflächliche Darstellung aus? Will man ein Phatnasiethema wählen oder nur Phantasiemittelalter machen? Will man MA_Stoffe verwenden? Maschinengenäht ausreichend? Will man auf historischen Märkten mit erhöhten Anforderungen aufbauen?

Solche Fragen sollte man vorher klären, denn sie entscheiden über die Qualität und die Kosten der Ausstattung. Dabei sind auch Transportkapazitäten und Interessen der Mitstreiter zu berücksichtigen. Dann kann man sich über die Anschaffungen machen - entsprechend der Zielstellung


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Théoden Offline




Beiträge: 42

15.02.2011 20:21
#8 RE: Vor der Erstausstattung antworten

Danke für's verschieben, Goschi, passt hier tatsächlich besser rein.

Naja, wir wollen eben ein WE mal alles aufbauen um zu sehen, wieviel Platz wir tatsächlich brauchen, auf dem Papier sind das 150qm³, und eben einfach mal ein wenig "Aufbauen" zu üben. Schlafplätze ausprobieren und so Dinge....

Klar sollte man ungefähr wissen, was man machen möchte, aber auch das kann sich wieder ändern. Aber das gehört doch auch irgendwo dazu, sich zu entwickeln.
Ich/wir waren uns eigentlich von Beginn an recht sicher, daß wir eher in Richtung Fantasy gehen werden, also "Kino-Mittelalter" darstellen wollen. Das gibt uns doch etwas mehr Freiheit bezüglich der Darstellung und der verwendeten Materialien.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

16.02.2011 07:54
#9 Zelt antworten

Du meinst bestimmt 150 m², wir brauchen auch ungefähr soviel, aber um diese Fläche zu füllen 2 Pkw und 2 Anhänger voll Kram. Wenn man Phantasie aufbaut, fallen erst mal alle Veranstaltungen raus, die einen gewissen historischen Standart fordern. Auch wenn bei uns viele diese Zelte benutzen, würde ich von diesen Trapperzelten mit Plastewand etc. abraten. Auch auf Phantasieveranstaltungen wie bei Gisbert muss man diese Zelte kaschieren, also alles was Plaste ist verdecken. Theoretisch kann´s auch möglich sein, dass diese Zelte mal nicht mehr zugelassen werden.


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Théoden Offline




Beiträge: 42

19.02.2011 08:32
#10 RE: Zelt antworten

Öhm, klar meine ich 150m³, hach manchmal schreib ich schon Quatsch....

Unsere Zelte sind schon Stoffzelte, was ich bezüglich Material vor allem meinte, bezieht sich eher auf die Gewandungen, ich mag einen schönen Baumwollsamt mit goldenen Stickereien...
Sicherlich können wir mit dem Ansatz nicht überall lagern, aber hier in der Region sind so viele Märkte, da gibt es genug Auswahl. Zudem schaffen wir ja eh nur 2-3, man muß ja auch sehen, daß alle frei haben und Zeit.
Und klar packen wir nicht die Tupperschüsseln auf'n Tisch, wir achten schon darauf, daß kein neumodischer Kram sichtbar verwendet wird, unsere Kleidung ist größtenteils maschinengenäht und ja, auch mal aus Baumwolle, aber dafür sind eben die Stickereien von Hand gemacht, Schnallen, Gürtel etc. meist Einzelanfertigungen.

Wenn ich halt sage, wir machen Fantasy, dann muß ich mich nicht irgendwie rechtfertigen, warum ich ein keltisches Muster mit Wikingerornamenten verbinde, warum ich eine Warägermütze trage wo meine Gewandung das doch eindeutig nicht ist. Wenn ich also den Fürsten der Eorlingas darstelle, kann ich "räubern", kombinieren, so lange das Ergebnis stimmig ist. Ich bin auf vielen Märkten oft auf meine Gewandung (und vor allem auf mein Schwert) angesprochen worden, nur einer hat sie wirklich erkannt, die HdR-Filme sind eben doch schon älter nun und kaum jemand erinnert sich da dann noch an die Klamotten.
Wir sind eben auch eine "gemischte" Truppe, was Kleidung angeht, und sicherlich wird sich das ja auch weiterentwickeln, aber derzeit müssen wir uns halt nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob ein Kleid in dem einen Schnitt, zu dem Wams aus dem anderen Schnitt zeitlich passt.
Es ist nicht so, daß ich kein (meiner Meinung nach) fundiertes Wissen über Geschichte habe (und innerlich mehr als einmal grinsen mußte, wenn mir auf 'nem Markt einer meinte was erzählen zu müssen), aber eine "authentische" Darstellung engt mich doch ein, gerade auch weil ich eben einen männlichen Charakter darstelle. Und um eben "Besserwissern" zuvor zu kommen, sage ich eben gleich, wir machen Fantasy...

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Goschi Offline




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19.02.2011 20:42
#11 RE: Zelt antworten

Um auch nicht falsch verstanden zu werden - ich schreibe niemanden vor, ob nun Phantasie oder nicht, aber bei der Frage zur Erstausstattung ist das eben ein Kriterium, was zu überlegen ist, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Da gehören solche Überlegungen einfach mit dazu weil alles Vor- und Nachteile hat.
Ich denke, in unserem Forum musste und muss sich niemand deshalb rechtfertigen, es ist auch kein nicht erwünschtes Thema oder ein "heißes Eisen".
Es ist sehr schön, dass sich bei uns niemand rechtfertigen muss, für das was er unter seinem Hobby versteht.


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Théoden Offline




Beiträge: 42

20.02.2011 21:15
#12 RE: Zelt antworten

Hey, ich will keinen angegriffen haben und meinte das eher in Bezug auf einige Leuts die rumrennen und meinen alles besser zu wissen
Zumal ich es ja sehr begrüße, daß es eben hier diese "Ausgrenzung" nicht gibt, von wegen "...pöh, ihr macht ja Fantasy, wir machen historische Darstellung...."
(..und solche Leute dann gemütlich ihre Kartoffelsuppe essen gehen...)

Ich finde es klasse, wenn sich jemand um eine möglichst authentische Darstellung bemüht und das auch rüberbringt, ich respektiere jedwede Darstellungsweise und -art wenn ich sehe wieviel Zeit, Mühe und Können investiert wurde und noch wird, und vor allem sind meine Erfahrungen auf Märkten überwiegend positiv bei Gesprächen mit Mitgliedern verschiedener Lager, ich glaube die negativen bleiben halt besser in Erinnerung. Ist da aber so wie im ganzen Leben, Deppen gibt's halt überall...

Hast schon Recht, Goschi, daß man sich im Ansatz überlegen sollte, was man machen möchte und ob die Anschaffungen dann lohnen. Erfahrungen muß man eh selbst machen und Veränderungen werden nicht ausbleiben, ja ich denke ein Lager muß sich sogar entwickeln, sowohl die Leute als auch die Ausstattung.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

21.02.2011 08:16
#13 RE: Zelt antworten

Das Mittelalter kann man eh nicht zurück holen, wer will das auch schon haben. Meiner Meinung nach ist es Museen und ähnlichen Einrichtungen vorbehalten, Faktenwissen über das Mittelalter anzubieten und auch das geschieht bei elektr. Licht und Vitrinen, weil selbst ein Museum nur sehr begrenzt und wenn, dann auch nur ausschnittsweise MA darstellen kann. Wenn man eine historische Darstellung macht, muss mann einfach viel improfisieren, wenn man mit Jetztmenschen in der Gegenwart einen Teil des MA in diese Welt einbauen will. Ich sage immer ein Mensch mit Phatasie kann sich dann eine Vorstellung machen, wie es damals ausgesehen haben könnte.
Wir versuchen an historische Darstellung anlehnend zu machen und haben nun auch schon mehrere Schulprojekte gut hinter uns gebracht. Für mich deshalb lieber diese Darstellung, weil man eben diesen Sektor mit abdecken kann und sagen kann, wie es ausgesehen haben könnte.
Eine Phantasiedarstellung ist, wenn sie gut gemacht ist, mindestens genauso schön und aufwendig und hat eben eine andere Aussagekraft. Nicht so gut finde ich nur, wenn man hinter dem Deckmantel der Phantasie gar keine richtige Darstellung macht - das gibts ja auch. Aber auch das ist Sache der Darsteller - und des Veranstalters, solange solche Gruppen akzeptiert werden.
In übrigen brauchen fast alle, die mit diesem Hobby anfangen, eine Anlaufzeit und meistens die, die die Nase rümpfen, haben vergessen selbst mal angefangen zu haben.
Auch wenn manche das diesen Veranstaltungen nachtragen, so sind Gisberts Veranstaltungen gerade für Anfänger der ideale Ort anzufangen und mal was auszubrobieren.

In der Vergangenheit habe ich oft erlebt, das Leute, die gar so fanatisch sind, entweder im richtigen Leben zu wenig Anerkennung finden oder in einer Scheinwelt leben und deshalb gar so in einer Welt festgefahren sind, die es gar nicht gibt. Habe aber schon lange nichts mehr aus dieser Richtung gehört und denke, dass es vielleicht etwas nachgelassen hat, anderen unbedingt die eigenen Darstellung aufzudrücken.


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Théoden Offline




Beiträge: 42

21.02.2011 20:50
#14 RE: Zelt antworten

Da muß ich dir zustimmen, man kann das MA nicht zurückholen und diejenigen, die in einer völlig romantisierten Vorstellung davon immer noch in diesem Zeitalter leben möchten, sind meiner Meinung nach etwas...weltfremd (hatte da schon Diskussionen in anderen Foren, da konnte ich auch nur lachend den Kopf schütteln).

Ich denke man muß sich eben darüber klar sein, ob man tatsächlich versuchen will, so nah wie möglich an eine realistische Darstellung zu kommen, mit den Konsequenzen, daß man so ziemlich alles selbst herstellen muß und dann stellt sich eben immer die Frage, wo fängt es an und wo hört es auf? Will ich Schafe mir halten um an Wolle zu kommen, um diese selbst zu Stoff und Kleidung verarbeiten? Oder genügt es dem Anspruch, irgendwo "Öko-Wolle" zu kaufen und diese weiter zu verarbeiten? Reicht es, wenn ich mir einfach guten Wollstoff kaufe und nicht soo viel darüber nachdenke, wieviele moderne Maschinen bei seiner Herstellung zum Einsatz kamen? Nur mal dies zum Beispiel...

Meine Entscheidung, ein Vertreter eines fiktiven Volkes darzustellen, fiel mir recht einfach. Ich habe mich eingehend mit der Thematik befasst, ja sogar angefangen Altenglisch zu lernen (überaus interessant übrigens). Tolkien hat umfangreiches Material verfasst, es gibt im Prinzip die ganze "Geschichte" der Eorlingas, ihre Mythen etc. Alleine darauf kann man sehr gut aufbauen, zusätzlich sind die Filme natürlich eine große Inspiration.
Aber ich fände es auch etwas "einfach", wenn man sich nur mal eben die Filme angesehen hätte und keine weiteren Gedanken gemacht hat, wie dieses Volk "lebte", wie ihre sozialen Strukturen waren, wer waren ihre Götter? Es ist fast genauso wie bei einem "realen" Volk, man hat Informationen, aber vieles weiß man nicht sicher und man muß mutmaßen. Und dies versuchen in eine Darstellung umzusetzen die glaubhaft erscheint, auch wenn die Basis dabei fiktiv ist.
Ich kann dabei eben nur auf ein größeres Repertoire an Materialien zurückgreifen und unterliege nicht so strengen Zwängen, habe mehr Freiheiten eben. Daß ich mit einer solchen Darstellung nicht den Anspruch auf historische Genauigkeit erheben kann, ist klar. Da geht es eher um den "Unterhaltungsfaktor", man bietet eben "Kino-Mittelalter"

Ich denke auch, das ein MPS nicht das Schlechteste ist zu Anfang, wir werden jedenfalls auf zweien sein dieses Jahr und freuen uns auf die Erfahrungen.

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Goschi Offline




Beiträge: 2.673

22.02.2011 12:24
#15 RE: Zelt antworten

Was ich noch schlechter finde als die eigentliche Darstellung, ist bei historischer Darstellung der ganze Aufbau. Niemand hätte ein Lager so aufgebaut, hätte sich so präsentiert. Man hätte das Lager wohl eher versteckt aufgebaut, um nicht gleich Raubgesindel zum Opfer zu fallen, hätte sicher auch keine Waffen präsentiert um den Gegner nichts von der Stärke und Ausrüstung zu verraten und hätte Fremde, die ins Lager kamen wohl eher "beseitigt" wenn keine Absicht zu handeln bestand.
Vermutlich würde man es selbst nicht durchhalten, wenn man mal 3 Tage wirklichen Alltag darstellen würde. Dazu gehört auch neben der Taverne gleich mal die Notdurft abgeladen usw.. Die Besucher wären sicher entsetzt, evtl. noch bei einer Hochzeit als Zeugen des ersten Beischlafs gern dabei....
Es gibt eben auch viele die authentisch dann nur auf die Klamotten beziehen wollen aber eben nicht auf den Alltag, der eigentlich fast noch wichtiger wäre...

Man kann also sowieso nur einen kleinen Ausschnitt und davon auch mit großen Abstrichen darstellen. Aus diesen Gedanken heraus bedarf die Darstellung immer Phantasie der Besucher, sich den fehlenden Teil vorzustellen. Wenn diese vorhanden ist, kann man sich auch einen Teil des realen MA vorstellen. Wenn man letztlich übern Plan mit den ganzen Lagern geht, zählt eigentlich nur das. Mit etwas Hintergrundwissen, kann man sich aus dieser Gesamtheit einen Teil Mittelalter vorstellen. Gerade mit dem Hintergrundwissen, dass manches eben anders ausgesehen hat.


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Lirana Offline




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22.02.2011 18:57
#16 RE: Zelt antworten

lol, hätten imn MA Reisende, die von A - nach B ziehen, ihren gesamten Hausstand mitgenommen?
Wohl eher nicht.
Aber keiner von uns will doch auf ein bisschen moderne Annehmlichkeiten verzichten. Und mit einem Haus auf dem Buckel reist keiner, wenn er nicht grad zum Hoch-hoch-adel gehört.
Und auch bei HdR kann ich mich nicht erinnern (weder in Buch noch in Film) dass Hobbits oder Elben oder Rohan-Leute mit dem Hausrat durch die Lande4 gezogen sind.

*ggg*

Lirana

Möge Gott mir die Kraft geben, die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Möge Gott mir den Mut geben, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und möge er mir die Weisheit geben zu unterscheiden.

Théoden Offline




Beiträge: 42

22.02.2011 20:17
#17 RE: Zelt antworten

@ Goschi

Jep. Je nach Darstellung und Zeitalter stellt sich eigentlich eh erst mal die Frage, ob Zelte überhaupt in Gebrauch waren. Je nach Gegend denke ich, daß sowas überhaupt nicht in Gebrauch war, teilweise sogar unbekannt (nehmen wir mal romanisierte Gebiete aus). Kriegshorden, wie sie ja gerne mal dargstellt werden, werden sicherlich, wenn überhaupt, höchstens Planen oder Lederplanen einfach aufgespannt, oder aus dichten Zweigen einen Unterstand errichtet haben. Speerkämpfer hatten wohl genug zu schleppen mit Waffen und ggf. Proviant. Von einer Landwehr wollen wir erst gar nicht anfangen....

Aber das hätte doch mal was, hübsche Hochzeit feiern und dann kommt der herrschende Adlige und fordert prima nocte, oder sämtliche Besucher bringen das junge Paar ins Bett und warten gespannt auf den Beweis der vollzogenen Ehe...
Gibt sicherlich einige Bräuche die so manchen unbedarften Besucher etwas verwirren oder abstoßen würden...sehr gut geeignet wäre wohl auch mal der Besuch bei einem Bader der historische Zahnheilkunde am lebenden Objekt vorführt...

Für manche Leute ist es alleine schon schwer vorstellbar, daß die ganze Landschaft völlig anders aussah, die Flüsse nicht begradigt waren und es noch sehr,sehr viel mehr Wald gab. Zudem haben viele eben "Historienfilme" im Kopf und sich enttäuscht, wenn sich die "prächtigen Ritter" als reine Fantasie irgendwelcher Filmemacher entpuppt (jaja, ich gebe es ja zu, ich dachte als Kind auch, Römer sehen alle aus wie in Ben Hur, wobei dies einer der Filme ist, der mein Interesse an Geschichte nachhaltig förderte und meine erste "Römerrüstung" aus Pappe, Kunstleder und Goldfolie zu basteln....).

@ Lirana

Zivilisten werden wohl schon mal mit ihrem Hausrat unterwegs gewesen sein, dann nämlich, wenn mal wieder Krieg herrschte, allerdings bezweifle ich, daß sie dann zwischendurch gemütliche Lager errichteten...

Ich denke auch, daß es fast unmöglich ist auf einen gewissen modernen Standard zu verzichten, alleine schon von der Organisation her, auch innerhalb eines Lagers. Denken wir alleine mal an die Hygiene....zu einer richtig authentischen Darstellung würden ja auch Flöhe, Wanzen und Läuse gehören....

Was HdR angeht, es wäre zumindest recht lustig gewesen, würden die Gefährten mit einem kompletten Hausrat durch Mittelerde gezogen sein...
Allerdings denke ich schon auch, daß man als König auch auf Reisen einen gewissen Luxus genoß...deswegen stelle ich ja auch den Fürsten der Riddermark dar...

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Rotscha Offline



Beiträge: 68

23.02.2011 16:49
#18 RE: Zelt antworten

Bahh du Snob!

Bedenke wohl worum du bittest,.. du könntest es kriegen!

Théoden Offline




Beiträge: 42

23.02.2011 20:06
#19 RE: Zelt antworten

Und? Als cyning darf ich auch ein bißchen Snob sein....schließlich geht es mir um eine glaubhafte Darstellung.

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Goschi Offline




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24.02.2011 08:18
#20 RE: Zelt antworten

Es kommt halt immer auf das Reiseziel an. Ich denke schon, dass zur Völkerwanderungszeit - und genau genommen war die eigentlich auch außerhalb des offiziell genannten Zeitraumes, bis heute noch - auch die Dinge persönlichen Bedarfes mitnahmen, wenn eine Umsiedlung realisiert werden sollte.
Allerdings hatte die Masse der Bevölkerung gar nicht soviel persönliche Habseligkeiten. Selbst im Hochmittelalter waren die Raumausstattung eher wenig und nicht so vollgestellt wie heutzutage. Den Adel klammer ich mal aus.
Werkzeuge, Kochutensilien wurden schon mitgenommen, wenn die Leute Zeit hatten, sich auf die Umsiedlung vorzubereiten. Davon zeugen auch Funde auf den alten Handelswegen, die normalerweise nicht mitgeführt wurden. Von meiner Darstellung betrachtet, würde ich einen Kessel, der in einen Stück gefertigt wurde und bis aus dem Mittelmeerraum eingeführt und gehandelt wurde, sicher nicht zurück lassen, denn wir konnten damals nur die genieteten herstellen, obwohl die besseren schon in Gebrauch waren. Man muss auch sehen, dass früher mit diesem Hintergrund meist im Verbund gereist wurde und dabei noch Kinder etc. versorgt werden mussten. Einzelne hätten dabei kaum überlebt. Wanderer in dem Sinne gab es nicht. Die Natur war eher Feind des Menschen. In meist kleinen Gruppen unterwegs waren beispielsweise Jäger, Fallensteller, Sammler, Pilger und vor allem Händler. Allein hat man sich in der Regel freiwillig nie groß von seinem Zuhause entfernt. In gut bewachten Gebieten mit guter Infrastruktur war das sicher möglich, aber die waren in der Minderheit und wohl eher die Ausnahme.
Wenn man nur 100 Jahre in den eigenen Verwandten- oder wohl eher Ahnenkreis zurück blickt, merkt man schon die Unterschiede zu heute: Fast alle sind in ihren Wohnort geboren und gestorben. Die meisten kamen nie weit aus den Ortsgrenzen hinaus, wenn nicht Handel oder Krieg der Grund war. So verkauften z. B. unsere Handwerker die hergestellten Musikinstrumente einmal im Jahr in Leipzig und transportierten auf einen Handkarren dorthin. Den Karren zogen sie selbst und waren natürlich bei den 200 km entfernten Ort einige Zeit unterwegs. Geheiratet wurde meist nicht weiter wie im Nachbarort.


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