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 Metallarbeiten
Goschi Offline




Beiträge: 2.672

28.12.2010 16:01
Zinngeschirr - Merkmale-Qualität-Beschaffenheit antworten

Ich habe nun hier ein Thema zum Zinn eröffnet. Jedes Mitglied kann das natürlich auch tun und ist berechtigt, hier ebenfalls Themen zu eröffnen.

Die HP unseres Zinnmeisters http://www.zinnmeister.de ist ein guter Anlaufpunkt für Informationen rund ums Zinn, welche ich hiermit bestens empfehlen kann.

Fragen oder zinnliche Gespräche können natürlich gern hier niedergeschrieben werden.

Weil es schwierig ist, Beiträge aus dem anderen Thema ohne Zusammenhang hierher zu kopieren, stelle ich hier die genannten Fakten von Zinnmeister nachfolgend zusammen und kopiere sie hierher (Zinnmeister, ich hoffe auf Deine Genehmigung für die Zusammmenstellung aus Deinen Beiträgen und lösche sie natürlich sofot, wenn Du es wünschst. Wir können es ändern oder Du kannst das auch noch mal schreiben.)

Nachfolgend also sind die (von mir) zusammenkopierten Hinweise vom Zinnmeister:


Als gutes und lebensmittelechtes Zinn sind die beiden roten Handwerkssiegel maßgebend. Darauf kann man sich verlassen das man es bedenkenlos verwenden kann. Alle anderen Stempel...schickt mir gerne Fotos von dem Stempel und dem ganzen Teil und ich kann Euch sagen wie und was und überhaupt...

In lebensmittelechtem Zinn nach DIN 17810, RAL RG 683, ist das "Trägermaterial" Zinn von mindestens 99,95% bis 99,99 % Zinn Reinheit. Wenn einer was sehen oder entdecken sollte wo 100 % Zinn gestempelt oder gekennzeichent ist, ist das schon mal gelogen und gehört zur Anzeige gebracht da es Irreführung des Kunden ist. Es gibt kein 100% reines Metall oder irgendwas auf der Welt. Es sind immer natürliche Verunreinigungen dabei, selbst bei Gold, Silber, Platin, ach was weiß der Geier alles. Selbst galvanisch kann kein 100% reines X-Metall getrennt werden. Die Verunreinigungen belaufen sich dann auf max. 0,05%. Und bei 0,01% bleibt nicht mehr viel übrig für restliche natürliche Verunreinigungen.

Es wurden früher wie auch heute noch unterschiedliche Vorgaben zu Grunde gelegt. Das werde ich in absehbarer Zeit auf meiner Internetpräsentation tiefgreifender erläutern... wäre hier zu aufwendig.

Reines Zinn ist ausreichend stabil wird aber deswegen legiert, damit der Gießvorgang und die weitere Verarbeitung erleichtert und die "Zinnpest" ausgeschlossen werden kann.
Legierungsbestandteile sind nur Kupfer und Antimon. Bei Stempeln mit 95% Zinn, ist der Rest entweder jeweils zur Hälfte Kupfer und Antimon oder 3% Kupfer und 2% Antimon oder umgekehrt. Das machen unsere Bundesverbandsmitglieder nach eigener Überzeugung. Es gibt auch Kollegen bei uns die 97% Zinn verwenden und der Rest dann Kupfer und Antimon ist. Das bleibt jedem unserer Mitglieder selbst überlassen. Es ist deswegen weder schlechter noch besser.


Hier kurz zwei eindeutige Merkmale, um lebensmittelechtes Zinn erkennen zu können.

Beispiel Becher:
Man nehme einen Kugelschreiber oder langen Nagel, und "stürze" (setzt den Becher vorsichtig verkehrt herum auf den "spitzen Gegenstnad") den Becher auf den Kugelschreiber oder Nagel, so das der Becher "frei" hängt.
Entweder mit einem Stift oder dergleichen an den Becher leicht anschlagen, wie bei einer Glocke, und da sollte der Klang sehr hoch bzw. hell sein, wie bei einer Glocke selbst. Je länger der hohe Klang anhält, um so besser ist das Zinn. Je dumpfer der Klang ist, sprich Bleianteil drin sein kann, je kürzer bzw. gar kein Klang. Und wenn dann so ein möglicher "Halodrie" gepanscht hat, dann schon ordentlich mit Blei oder Zink. Es gibt da jetzt keine "Feinabstimmung" vom Klang her, sondern entweder hell oder dumpf der Klang. Gedrücktes Zinn hat einen Klang wie ein Blechnapf... kurz und stumpf.

Das geht auch bei Tellern. Dabei den Teller auf drei Finger stellen, damit der beim Anschlagen auch schwingen kann. Da soll der Klang auch hoch bzw hell sein.

Zinnschrei:
Wenn man Zinn verbiegt, ensteht der sogenannte Zinnschrei. Da reiben die Gefügekörner aneinander. Gedrücktes Zinn, tiefgezogenes, fließgepresstes Zinn "schreit" nicht. dafür aber bitte nicht den Teller soweit verbiegen das man ein Sandwich draus machen kann. Es reicht da ganz vorsichtig unter Spannung zu setzen und hört dann schon den Zinnschrei. Möglichst nah mit dem Ohr an den gegenstand ran gehen, so laut ist der "Schrei" allerdings auch nicht.

Aber bitte nicht in einem Ladengeschäft reinstolpern, Zinn aus dem Regal zerren, verbiegen und wieder zurück stellen... das hat keiner gerne... logisch... fragt da lieber nach ob der/die Verkäufer/in diese beiden Merkmale kennt. Die Klangprobe ist dahingehend problemlos durchführbar.


3 Dinge kommen nie zurück: Der abgeschossene Pfeil; Das gesprochene Wort; Die verpasste Gelegenheit.
Tradition ist nicht die Aufbewahrung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers

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